Geistliches Wort zur Lage

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Unsere Welt wird gegenwärtig von einem hochansteckenden Virus heimgesucht, das insbesondere ältere und / oder körperlich geschwächte Menschen gefährdet. Das Virus wirkt sich zudem erheblich auf unsere sozialen Kontakte, unseren Alltag und unsere Beziehungen aus. Die Folgen der Pandemie stellen unsere Solidarität und unser Mitgefühl auf die Probe. Auch die Planung der Konferenz „Pfingsten21“ und anderer Konferenzen, unser gewohntes Gemeindeleben, anstehende Konfirmationsfeiern, Gottesdienste u.v.m. sind betroffen. Das Virus infiziert zudem weltweit ökonomische Systeme, was spürbare  Auswirkung für uns alle hat und haben wird. Die Verunsicherung ist groß.

Neben allem notwendigen und professionellen Gesundheitsmanagement der Verantwortlichen und Behörden stellt sich auch die Frage nach einer geistlichen Sicht auf die Dinge. Lässt sich in den Entwicklungen ein Reden Gottes vernehmen?

In einer kritischen Situation des Volkes Israel bekennt sich das Volk angesichts erheblicher Bedrohungen demütig zu seinem Gott: „Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Weg deiner Gerichte; des Herzens Begehren steht nach deinem Namen und deinem Lobpreis. Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist suche ich dich am Morgen. Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit“ (Jes 26, 8-9).

Mein Eindruck ist, dass in der gegenwärtigen Corona-Pandemie, inmitten gottfeindlicher Krankheiten und Katastrophen in einer gefallenen Welt, ein uns aufrüttelndes Reden Gottes zu vernehmen ist. In den Dürreperioden der vergangenen Jahre, in der offenkundigen Ratlosigkeit der Völker in vielen politischen Fragen, im Elend der Flüchtlinge, die nach Europa strömen, in der gegenwärtigen Krankheitswelle – in alledem will Gott uns nicht strafen, denn die Strafe liegt auf IHM, dem Gekreuzigten. Nein, Gott ruft uns inmitten all dieser Ereignisse primär an sein Herz. Er ruft uns aus vermeintlichen Sicherheiten heraus zu neuem Vertrauen auf ihn allein.

So geht es in einem ersten Schritt nicht darum, Corona einfach schnell „wegzubeten“, sondern zunächst demütig zu bekennen: Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Weg deiner Gerichte. Wir beugen uns vor dir. Wir  bekennen für uns persönlich und stellvertretend für unser Land, dass wir (selbst)sicher und ohne Aufblick zu dir gelebt haben. Wir bekennen, dass wir in unseren Alltag und in unserem Leben ganz gut ohne dich auskommen. Wir bekennen dir unseren real existierenden Atheismus. Wir erkennen und bekennen, dass es letzte Sicherheit nur in Bindung an dich, HERR, gibt. Wir hören deinen liebenden Weckruf an uns. „Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben!“ (Ps 39,6). Wir halten aus vor dir, denn du  allein bist heilig, gnädig  treu und gerecht. „Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit“ (Dan 9,18).

Wir halten dir vor dein Wort, dass du König Salomo verheißen hast: „Siehe, wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht regnet, oder die Heuschrecken das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen“ (2 Chr 7, 13-14).  Herr, bitte heile uns und unser Land. Heile du Europa! Erlöse die Welt von der gegenwärtigen Krankheitswelle.

  • Wir beten für ein umfassendes, nachhaltiges und tiefgründiges geistliches Aufwachen der Menschen in unserem Land und in Europa.
  • Wir beten für die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen.
  • Wir beten für Ärzte, Pflegekräfte, Gesundheitsämter. Wir beten für Erkrankte und indirekt Betroffene.
  • Wir beten für Seniorenheime und andere Einrichtungen, in denen viele Menschen zusammen leben.
  • Wir beten für Firmen, Unternehmen und Betriebe um Schutz, Liquidität und Ausdauer.
  • Wir beten für alle Familien, deren Kinder nun bis zu fünf Wochen zu Hause sein werden.

„Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Weg deiner Gerichte. Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit“ (Jes 26,8-9).

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7)

Pfr. Henning Dobers
1. Vorsitzender der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche

 

Bild von panos13121 auf Pixabay

 

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