Die Frucht des Geistes ist: Sanftmut

sanftmut

Erinnern  Sie sich noch  an die WWJD- Armbänder? Vor etwa 30 Jahren schwappte die Idee aus Amerika auch zu uns. „What would Jesus do?“ (Was würde  Jesus tun?) WWJD ist die Abkürzung, die vorwiegend auf Armbändern zu lesen war/ist. Dahinter steckt die Idee, daran erinnert zu werden, sich bei allem, was man tut, zu fragen, wie Jesus in dieser Situation  reagieren, handeln, denken würde.

Mich hat das Tragen des WWJD-Armbands eine Weile begleitet. Ich kam dadurch immer wieder ins Nachdenken, hab mich und mein Verhalten reflektiert und manches Mal korrigiert: So sein wie  Jesus, mit  Seinen Augen durch die Welt gehen, sanftmütig handeln wie Er.

Sanftmut – was ist das eigentlich?

Dieses Wort  hört sich  erstmal  ziemlich altmodisch an. Sanftmut hat heute einen Beiklang von Schwachheit, von Mangel an Kraft. Dabei galt sie als Tugend einiger Herr scher – so trug Friedrich II. den Beinamen „der Sanftmütige“ oder Bischof Franz von Sales gilt als „Heiliger der Sanftmut“. In der Bibel lesen wir an verschiedenen Stellen über diese Geistesfrucht:

  • „Lernt  von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.“ (Mt 11,29)
  • „Die Sanftmütigen  werden das Land besitzen und sie werden ihre Lust haben an Fülle von Heil.“ (Ps 37,11)
  • „Legt alles Schmutzige und die viele Bosheit ab und nehmt in Sanftmut  das Wort an, das in euch eingepflanzt  worden ist und die Macht hat, euch zu retten!“ (Jak 1,21)

Ruhe finden, Land besitzen, Lust an Fülle von Heil haben, gerettet sein – wer möchte nicht solche Segnungen empfangen? Dem Sanftmütigen sind sie zugesagt. Sanftmut ist eine Geistesfrucht und Eigenschaft, die Kraft und Milde in vollkommener Weise verbindet. In manchen Bibelübersetzungen  wird Sanftmut auch mit Demut benannt. Sanftmut ist quasi eine Schwester der Demut und wird oft zusammen erwähnt.

Dass ein sanftmütiger  Mensch kein Weichling ist, sondern auch entschieden auftreten kann, sehen wir an den Beispielen von Jesus selbst, aber auch an Paulus (siehe 2 Kor 10,1 ff). Unsere Reaktionen auf das Handeln Anderer zeigen unseren „Grad“ an Sanftmütigkeit, wenn wir z.B. nicht mit Zorn und Ungeduld (beides ist das Gegenteil  von Sanftmut) reagieren, sondern in der Ruhe und Klarheit bleiben. So gibt es immer wieder Übungsfelder im Alltag und manchmal denke ich, dass ich vielleicht doch wieder dieses alte WWJD- Armband hervorkramen und anlegen sollte, als Erinnerung.

Jesus ist Beides – von Herzen sanftmütig und im höchsten Grade leidenschaftlich. Seinem Beispiel zu folgen, jeden Tag ein bisschen mehr, ist ein Ziel für uns. Ja, lasst uns die Sanftmut  anziehen und durch  diese Frucht des Geistes die Fülle von Heil erleben, die Jesus für jeden von uns bereit hat.

(Sabine Ditzinger)

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