Mehr vom Heiligen Geist im Hörsaal …

Erfreulicherweise gab es in Deutschland während der letzten Jahrzehnte eine deutliche Annäherung zwischen der charismatischen und der evangelikalen Bewegung.

schoenheitIn meinem Vortrag über „Gemeindeaufbau in der Kraft des Geistes“ versuchte ich schließlich zu zeigen, dass Jesus Seine Gemeinde mit uns und durch uns baut (Mt 16,18). Dazu brauchen wir jedoch die „Kraft aus der Höhe“ (Lk 24,49), die Ausrüstung mit seinen Gaben. Wenn Charismen „Arbeitsorgane“ und „Spezialinstrumente“ zum Dienst sind (Paul Schütz), können wir es uns nicht leisten, Gottes Gnadengaben zu ignorieren. Dass diese den Gemeindeaufbau erleichtern, uns überraschen und dem Geist Raum geben, erläuterte ich anhand persönlicher Beispiele.

In der Podiumsdiskussion am Nachmittag ging es lebhaft und phasenweise kontrovers zu. Viele Rückfragen rankten sich um die Praxis des Sprachengebets: Welchen Nutzen hat es? Wie „funktioniert“ es? Und wie kann es sein, dass der Verstand dabei zwar „fruchtleer“ ist (1.Kor 14,14 | Elberfelder), Glossolalie jedoch dem Willen unterstellt ist? Irritiert zeigten sich einige der anwesenden Dozenten, dass bei einem akademischen Studientag die persönliche Erfahrung so stark im Zentrum steht. Schließlich machte die Diskussion deutlich, dass es früher oder später zur Kollision kommt zwischen einer rationalistisch geprägten, historisch-kritischen Bibelauslegung und der Erwartung, dass im Wirken des Geistes „das Gefüge der alten Welt durchbrochen“ wird (Paul Schütz). Man kann sich schon fragen, ob es heute noch ausreicht, Studierende im Sinne von Lessing auf ein „Christentum der Vernunft“ festzulegen. Ich jedenfalls spüre beim theologischen Nachwuchs ein deutliches Interesse an authentischer Erfahrung und ein ernsthaftes Fragen nach den Quellen geistlichen Lebens, wobei sehr unterschiedliche Positionen im Raum vertreten waren.

Ein Studientag, der Hoffnung macht und zugleich zum Gebet für die nächste Generation motiviert! Die Rückmeldung aus Tübingen klingt ermutigend: „Der Studientag wurde von den Studierenden sehr positiv aufgenommen, was auch an den recht hohen Besucherzahlen abzulesen ist.“

aus: GGE AKTUELL NR. 31 (SOMMER 2013)

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