In der Stille liegt große Kraft

KrippeGanz still werden, um sich von der Liebe Gottes berühren zu lassen. Das übten mehr als 130 Christen verschiedener Konfessionen beim Begegungsabend der CE Mittelbaden im November in Ottersweier. Der Taizéchor Sasbach stimmte mit ihnen Lieder an, die in die Tiefe führten. Die Referentinnen Waltraud Fieß aus Oberkirch-Zusenhofen und Annette Zittel aus Achern sprachen über Formen des Gebets.

Nicht die Lichter und die äußere Behaglichkeit seien entscheidend im Advent, erklärte Waltraud Fieß, geistliche Begleiterin und Logotherapeutin: „Das Ziel ist der Stall – Jesus im Stall unseres Herzens begegnen.” Diese Form des Gebets gehe über das hinaus, was viele kennen, nämlich um materielle Güter, Schutz und Gesundheit zu bitten. „Dein Wille geschehe” heiße es im Vaterunser, dem Gebet, das Jesus selbst einführte, als ein Jünger ihn bat: „Herr, lehre uns beten.”
Christus habe gelehrt, im Gebet loszulassen und alles, was sich in der Seele an Sorgen, Gefühlen und auch Abgründen abspiele, Gott hinzuhalten. Die Wege zum Vater seien vielfältig: „Auch Tränen sind ein starkes Gebet. Und die Bibel führt uns zu Gott.” Verbindung zum Vater im Himmel zu suchen, fordere keine Leistung: „Er ist immer schon da, wenn wir kommen.”
Die Heilsamkeit der Stille erlebten die Zuhörer bei einer meditativen Übung mit Annette Zittel. Frühchristliche Mönche seien im dritten Jahrhundert in der Wüste gezogen, um durch Arbeit, Fasten und Schweigen den mystischen Weg der inneren Wandlung zu gehen. Dies habe sie zu Weisheit und Güte geführt und sie seien so die Lebensberater ihrer Zeit geworden. Diese Wüstenväter konnten die Menschen behutsam zu Gott führen, indem sie rieten, sich selbst zu betrachten und alles dem Herrn zu übergeben. Das Hineinhören in die Stille gebe Antwort auf eine zentrale Frage des Lebens, so Annette Zittel: „Wie kann ich der werden, als der ich von Gott her gedacht bin?”

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