Leitungskongress von Willow Creek

Nur rund ein Prozent (71!) Teilnehmer hatten „katholisch“ bei der Anmeldung angekreuzt. Dass jeweils rund die Hälfte aus Freikirchen und evangelischen Landeskirchen kam, zeigt jedoch, dass die Schulungen auch im volkskirchlichen Umfeld Relevanz für Gemeindeleitung haben. Evangelische Bischöfe wie Frank Otfried July (Württemberg) empfehlen den Willow-Ansatz („kapieren, nicht kopieren“).Die „Willow Creek Community Church“ aus der Nähe von Chicago ist auch für ihre sozialdiakonischen Dienste bekannt. Ihr Leiter Bill Hybels ist als Referent und Autor hierzulande längst etabliert.

Und auch die Inhalte der elf Referate taugen für „katholische“ Köpfe. Da werden Heilige als Vorbilder für Leitung zitiert – wie Franziskus, Ignatius oder Benedikt, das Stundengebet und kontemplative Gebetsformen von freikirchlichen Gemeindeleitern als hervorragende Übungen für Gemeindeleiter und -mitglieder empfohlen. Und angesichts der nahezu ausschließlich deutschen Lobpreis- und vertrauter Kirchenlieder fühlten sich auch Christen aus katholischen Gemeinschaften und der charismatischen Erneuerung wie zu Hause. Die guten inhaltlichen Impulse lassen sich hier zusammengefasst nachlesen.

Die Referenten fokussierten sich in Sachen Gemeindeleitung fast ausschließlich auf freikirchliche Kontexte. Die Übertragung auf katholische Pfarreien fällt da nicht so leicht. Dies sollten die deutschen Kongressveranstalter mehr berücksichtigen. Gegenüber den Medien wird freilich von ersten Kontakten z. B. im Bistum Hildesheim berichtet. Und teilweise finden sich auch Ordensleute und pastorale Mitarbeiter unter den Teilnehmern. So bleibt zu wünschen, dass sich ihr Anteil beim Willow-Leitungskongress Anfang Februar 2014 in Leipzig vergrößert. Ähnlich wie bei „Miteinander für Europa“ könnten die CE und andere geistliche Gemeinschaften mit Willow kooperieren – und umgekehrt. Die Geistliche Gemeinde-Erneuerung könnte hier vielleicht eine Mittlerfunktion übernehmen.

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