Fürbittgebet

Abends, als mein Mann so lange nicht nach hause kam, erinnerte ich mich an das Gebet am Morgen und ich befürchtete schon Schlimmes. Dann endlich spät am Abend kam er heim und erzählte mir: 

„Wie er mit Gottes Hilfe zwei Buben aus Todesnot rettete.“ 

Christa Finkl


Zeugnis: „Wie Gott zwei Buben aus Todesnot errettete.“ 

An diesem Sonntag den 28.2.1999 stieg ich im Sonnenschein mit meinen Skiern und Steigfellen zum Jochberg bei Kochel hinauf. Nach ca. 2/3 des Weges sah ich weit vor mir zwei Menschen ohne Ski und ohne Rucksack auf einer vorhandenen Skispur marschieren. Ich empfand es seltsam und sagte: „Lieber Gott, wenn Du mich für diese Menschen brauchst, so will ich bereit sein.“ Ich (legte eine Mittagspause ein und) verlor sie dann aus den Augen. (Später stieß ich auf ihre Spuren und folgte diesen.) Am späten Nachmittag erreichte ich den Gipfel, der sich mittlerweile in Wolken gehüllt hatte. Es war kein Mensch da und ich genoss die Einsamkeit und freute mich, wenn die Wolken aufrissen und einen Ausblick ermöglichten. Nach einiger Zeit, es ging schon auf 17 Uhr zu, machte ich mich für die Abfahrt bereit. Kurz bevor ich losfahren wollte, sah ich Fußspuren, die vom Gipfel in den Nordhang führten und plötzlich war es mir, als ob ich Stimmen vom Nordhang heraufhörte. Ich fuhr vorsichtig ein Stück diesen Hang hinunter und lauschte wieder. Da hörte ich unzweifelhaft menschliche Stimmen von unten kommend. Ich fuhr noch einmal vorsichtig ein wenig weiter, denn ich wußte, dass dieser Hang in einen Absturz mündet und lauschte wieder. Die Wolkennebel rissen kurz auf und da hörte ich plötzlich Hilferufe. Ich rief zurück: „Könnt ihr zu mir hochkommen?“ Als Antwort kam: “Ja!“ Nach einigem Warten arbeiteten sich zwei Buben in dem tiefen Schnee zu mir hoch. Sie hatten blau gefrorene Hände, und waren ohne Handschuhe. Sie schlotterten am ganzen Körper, der eine weinte. Ich gab Ihnen meine Reservehandschuhe und die Mütze. Während ich sie belehrte, dass sie nie wieder ohne Ausrüstung und Erfahrung so etwas tun dürfen, ließ ich sie meine Feldflasche mit warmen Wasser austrinken. Sie erzählten, dass sie aus Kochel stammen, seit Vormittag unterwegs sind, sich nicht mehr orientieren können und weder etwas zu Essen noch zu Trinken dabei haben. So gab ich ihnen auch etwas zu essen. Ich versprach ihnen sie hinunterzuführen. Dann gingen wir los,(zunächst zum Gipfel und dann den Osthang hinunter). Nach kurzer Strecke sagte Henric, der Elfjährige: “Ich kann nicht mehr gehen, ich spüre meine Füße nicht mehr.“ Ich stellte fest, dass seine Hose total durchnäßt war und er darunter nur eine kurze Unterhose trug. Ich holte meinen Pack Zeitungen hervor, den ich für Notfälle immer dabei habe und sagte: „Stopfe Dich damit aus, das wärmt Dich“. Aber Henric war dazu schon zu schwach. So stopfte ich ihn aus.. (Jac, der Dreizehnjährige konnte sich selbst mit den Zeitungen ausstopfen.) Ich zog Henric die Schuhe aus und massierte seine Füße so lange, bis er sie wieder fühlen konnte. Mir fiel ein, dass ich noch eine eiserne Reserve vom Honig meiner Bienen im Rucksack hatte. Durch diese Kraftnahrung, sowie etwas Brot und Käse und mein Zureden bekamen beide wieder Kraft und Zuversicht. 

So machten wir uns im Dämmerlicht wieder auf den Weg. Ich fuhr mit meinen Skiern immer ein kleines Stück voraus und sie folgten meiner Spur. Weiter unten trafen wir auf die Aufstiegsspur und da ging es für sie dann leichter. Endlich um ca. 19 Uhr 30. konnte ich beide bei ihren verängstigten Müttern abliefern. 

Ich danke dem Herrn, dass er diese beiden jungen Menschen vom Tod errettete und bete dafür, dass diese Erfahrung für ihr ganzes Leben heilsam ist. Gepriesen sei der Herr!

München, 7.3.1999, Sepp Finkl


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