Dort sein, wo Jesus heute wäre – Herausfordernde Botschaft bei CE-Begegnungsabend

Nach 30 Jahren als Seelsorger für Gefangene und Aidskranke im Großraum Stuttgart ist ihm der Tod am Rand der Gesellschaft schon viele hundert Mal begegnet. Bei jeder Begegnung ist ihm Jesus das Vorbild: „Er hatte keine Berührungsängste, er hat Aussätzige angefasst und umarmt.”  Heute seien die Christen Jesu Hände und Füße, um zu denen zu gehen, die nie in die Gottesdienste kommen, so der Sprecher. „Wenn wir uns als Christen verstehen, fragen wir nicht nach der Schuld des anderen”, sagte er dazu. 

Über Obdachlose, Trinker und Drogenabhängige zu richten, sei der falsche Weg: „Wer den Werdegang der Menschen kennt, wundert sich nicht mehr. Mancher seelische Schmerz lässt sich nur aushalten, wenn man ihn betäubt.” Sogar Selbstmörder solle man versuchen zu verstehen: „Sie haben mehr Angst vor dem Leben als vor dem Tod.” Sie alle seien Kinder Gottes, auch „der allerletzte Mensch.” Doch sie wüssten es nicht und es sei so wichtig, „Liebe hinauszutragen zu denen, die nie welche erfahren haben.” Auch die aus der Mitte der Gesellschaft verbannten sollen „durch uns spüren, dass sie angenommen sind, durch unsere Zuwendung und Nähe.”

Die Botschaft war herausfordernd und wurde noch deutlicher: „Nur zu beten genügt nicht. Gott gibt kein Brot, wenn wir es nicht tun und er trocknet keine Tränen, wenn wir es nicht tun.” Petrus Ceelen geht dabei selbst so weit, auch Obdachlosen zu einer würdigen Beerdigung zu verhelfen und wenn es sein müsse, der einzige am Grab eines von der Welt Vergessenen zu sein. „Denn jeder ist einzigartig”, sagte er.

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