Charismatisch leiten – CE-Mitarbeiterkonferenz 2012

Sie war kurzfristig für den erkrankten Charles Whitehead eingesprungen und meisterte ihre Aufgabe hervorragend. Zu Beginn ihres ersten Referates ermutigte sie dazu, für das Reden und Wirken des Geistes offen zu sein und in der je eigenen Gabe der Leitung zu wachsen. „Wenn wir seinen Ruf hören, dann wird ER uns alles schenken, was wir dazu brauchen und Gnade und Salbung freisetzen für unseren Dienst.“

Verschiedene Leitungsstile

Wie Leitung praktiziert wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Unserer eigenen Persönlichkeit, der Gruppe bzw. dem Team und der Situation, in der die Gruppe steht. Dabei ist auf eine Balance zwischen den Führungsstilen zu achten, abhängig von der jeweiligen Situation. Zuweilen ist es notwendig, „autokratisch“ zu leiten und zu entscheiden, wenn eine schnelle Entscheidung erforderlich ist oder die Gruppe zu wenig oder keine Erfahrung hat. In weniger erfahrenen Gruppen ist ein „überzeugender Leitungsstil“ hilfreich. Hier „verkauft“ der Leiter seine Idee und bezieht die Gruppe in die Entscheidung mit ein. Bei einem „beratenden Leitungsstil“ bezieht der Leiter die Gruppe mit ein, muss am Ende jedoch die Entscheidung selbst treffen. In einem „demokratischen oder teilhabenden Leitungsstil“ sind alle in der Gruppe gleichgestellt. Es wird gemeinsam entschieden – passt besonders für die Zusammenarbeit in einem Leitungsteam. Beratender und demokratischer Leitungsstil geben die Chance, Menschen zu fördern und in ihren Charismen wachsen zu lassen. Zu den verschiedenen Führungsstilen gab Michelle viele Beispiele aus ihrem Dienst.

Leitung braucht Vision

Ohne Vision gibt es keine Richtung und kein Wachstum. Der Herr beruft uns, seine Vorstellungen umzusetzen. „Unsere Identität kommt aus der Vision. Auch unsere Mission kommt aus der Vision“, so Michelle Moran. Für uns heißt das, den Herrn zu suchen, für uns persönlich und für das Leben der Gruppe oder den Dienst. Wir müssen uns auf Gott ausrichten, hören, was ER möchte und was wir tun sollen. Wo will der Herr, dass unsere Gruppe in einem Jahr steht? Alleine die Vision, eine Gebetsgruppe zu gründen, ist nicht ausreichend; ich muss wissen: Was will der Herr in der Gruppe bewirken?
Bezüglich des „Standortes“ unserer Gruppe können wir uns Fragen stellen: In welcher „Jahreszeit“ lebt unsere Gruppe? Wir können es sinnbildlich mit dem Jahreszeitenwechsel vergleichen: Frühjahr = Aufbruch, Sommer = Wachstum, Herbst = Ernte und Ruhe, Winter = Sterben. Was hat der Herr mit der Gruppe vor? In welcher Jahreszeit stehst du als Leiter mit Gott? Wohin will ER dich in Zukunft führen?

Die Vision der CE ist die Vision von Pfingsten. Die Menschen im Obergemach wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt. So sollen auch heute Menschen vom Heiligen Geist erfüllt werden und reifen und wachsen im Geist. Wenn wir eine Vision nicht unmittelbar erhalten, dann einfach abwarten! Manchmal dauert es, doch der Herr ist treu. Wenn Gott spricht, wenn er uns etwas sagt, muss es nicht wie Sturm, Erdbeben oder Feuer sein. Oft geschieht dies in der Stille, manchmal zunächst für uns undeutlich und dann klarer.
Michelle: „Wenn der Herr spricht, schreibe die Vision auf. Es ist wichtig, sich die Worte des Herrn wieder in den Sinn zu rufen.“ Als Menschen mit Vision bewegen wir uns wie mit einem Navigationssystem – wir haben ein Gespür für das Ziel. Eine Vision ist oft mit unseren eigenen Vorstellungen behaftet. Dazu bedarf es der Unterscheidung, ob eine Vision, ein Wort, das wir erhalten echt ist. Beim Prüfen, ob dies im Einklang mit dem Wort Gottes und der Tradition und der Lehre der Kirche ist, wird es klar.

Leben und Gebet des Leiters

Das Leben eines Leiters soll das Leben eines Jüngers sein. Deshalb sollen wir (vgl. Hebr 12, 1-2) Hindernisse ausräumen (Sünde, Unwichtiges loslassen, etc.), und den Lauf, den wir mit Jesus begonnen haben, weiter laufen und dabei unsern Blick auf Jesus richten. Wenn wir den „Lauf weiter laufen“, wird uns der Herr auch sagen: „Mach weiter, bleib dran! Laufe beständig, laufe ausdauernd, ein Leben lang.“ Wenn wir im Gebet mit Gott in Verbindung bleiben, wird er uns auf unserem Weg führen.

Das Gebet eines Leiters soll ein dreifältiges Gebet sein: Persönliches Gebet, beten für die Vision und die Aufgabe und Fürbitte für die Menschen, mit denen wir arbeiten. Die Erfahrung zeigt, dass die Gefahr besteht, dass wir oft so beschäftigt sind mit der Arbeit für den Herrn, dass wir vergessen in der Beziehung zu IHM zu wachsen, der uns in die Aufgabe, in den Dienst ruft. Durch die Taufe im Heiligen Geist haben wir „Intimität mit dem Herrn“, seine Nähe und Liebe, erfahren. Trotzdem kann man als Leiter auch sehr einsam sein. Manchmal machen uns Entscheidungen unbeliebt. Das einzige, was uns dann helfen wird, ist die Beziehung zum Herrn.
In solchen Situationen ist es wichtig, die Vision des Herrn zu suchen, die Unterscheidung für unseren Dienst, für unsere Gruppe. „Kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben.“ (Jes 55,3). Es geht darum, dem Herrn unsere Aufgaben hinzuhalten, zu hören, bereit zu sein und seinen Willen zu tun.
Michelle: „Bete für Deine Leute! Fürbitte ist das Bedürfnis der Stunde. Es gibt einen geistlichen Kampf, der gekämpft werden muss. Eine dieser Waffen ist Gebet und Fasten. Als Leiter müssen wir besonders Fürbitte tun für die uns anvertrauten Menschen.“
Dazu brauchen wir die Gaben des Geistes. Betet zu jeder Zeit. „Das Sprachengebet ist so einfach. Es ist eine machtvolle Gabe in der Fürbitte“. Dann spricht der Geist in unseren Herzen (vgl. Röm 8, 25-27). Wenn wir die Gaben nutzen, die uns geschenkt sind, dann setzen wir Segen frei. Wir wissen, dass der Heilige Geist in uns lebt. Er möchte uns tief in seine Realität hineinführen, und wir erfahren neue Kraft, wenn wir auf den Herrn warten.

Erwartungen an Gott haben

Michelle lud dazu ein, Erwartungen an Gott zu haben. „Wenn Du nichts erwartest“, so sagte sie, „wirst Du auch nichts empfangen. Gott und sein Heiliger Geist drängen sich nicht auf. Wir sind gesegnet mit vielen Gnaden und Gaben. Der Herr möchte uns mehr geben, damit wir auch mehr geben können.“ (Vgl. Eph 1,3: „Gepriesen sei der Herr, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns mit allen geistlichen Gaben gesegnet hat“.
Ein Vergleich von Michelle Moran war, die Gaben, die Gott für uns bereit hält, mit dem Inhalt eines Werkzeugkastens zu vergleichen. Der Werkzeugkasten des Herrn ist in den charismatischen Gaben (1 Kor 12) beschrieben. Diese Werkzeugkiste ist immer offen. Der Herr lädt uns ein und sagt uns: „Kommt und empfangt, Predigt, Weisheit, Prophetie, Wunder wirken, Sprachengabe, Unterscheidung der Geister, ihr kennt sie alle“. Jeder von uns ist dazu berufen, die Gaben zu empfangen und auszuüben.
Am zweiten Konferenzabend wurde um das Geschenk, die eigenen Gaben zu entdecken, gebetet. Die Teilnehmer konnten dabei auch zu einem der Segnungsteams gehen, um für sich persönlich beten und sich segnen zu lassen.

Zum Schluss sprach Michelle die Hoffnung aus, dass die CE jetzt im „Jahr des Glaubens“ in der Kirche viel beitragen kann. Sie forderte auf, neue Leiter auszubilden. Wir sollen Menschen ausbilden und ihnen Raum geben, aufmerksam sein und neue Mitarbeiter einbeziehen. Sie ermutigte dazu: „Sei einer, der teilt, was er selbst erhalten hat: Verantwortung, Gaben und Ressourcen. Wenn wir Gaben des Geistes teilen, werden wir davon reich. Wenn wir geben, werden wir empfangen.“

Während der dreitägigen Konferenz gab es reichlich Zeit für Lobpreis. Die Gottesdienste und Lobpreis wurden musikalisch begleitet von der Jedidja Lobpreisband aus Würzburg unter Leitung von Michael Wohlleben.

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