„Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben …”

Junge Christen entdecken die Beichte wieder. Bei Weltjugendtagen oder Jugendwochenenden im Kloster Waghäusel bekennen viele Jugendliche bei Priestern ihre Sünden. Das berichtete Pater Ulrich Alex vom Kloster Maria Linden im März 2017 beim Abend der Barmherzigkeit der Charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche (CE) Mittelbaden. Die Veranstaltung im Gemeindezentrum St. Johannes in Ottersweier nutzten dann auch viele, um das Sakrament der Versöhnung mit Gott in Anspruch zu nehmen. Mehrere Priester, darunter Pater Ulrich und Pfarrer Jörg Seburschenich standen dafür zur Verfügung.

Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht mit uns, zitierte Pater Ulrich aus dem ersten Brief des Johannes (Kapitel 1, Vers 8). Doch Sünde sei ein völlig unpopulärer Begriff und werde nur in Verbindung mit Verkehrssünden und dem Verzehr von Sahnetorte verwendet. Kein Wunder: Sich zu Schuld zu bekennen, folge der Erkenntnis, dass man sich eines Tages für sein Leben verantworten müsse. Sogar Pater Christian de Cherge, der bis 1996 als Prior eines Klosters in Algerien gelebt hat und dort ermordet wurde, habe erkannt: Ich habe genügend lange gelebt, um zu wissen, dass auch ich Komplize des Bösen geworden bin, das in der Welt die Oberhand zu behalten scheint.

Die Bibel wisse eine Weg, mit Schuld umzugehen, erklärte der Sprecher. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Gott treu und gerecht, heiße es weiter im ersten Johannesbrief: Dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. Diese Möglichkeit biete die Beichte. Er nehme sie auch selbst immer wieder in Anspruch und müsse dabei auch seinen Stolz überwinden, so Pater Ulrich. Was er dabei erlebe, sei Verwandlung: aus Tod werde Auferstehung. Der Abend wurde einfühlsam begleitet von der jungen Lobpreisband Alabaster unter der Leitung von Diakon Manfred Sester.

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