Gebetskreis

Emma Müller




Wer einem Gebetskreis angehört, kann sich wirklich glücklich schätzen. Gerade jetzt, in der Kontaktsperre merkt man, wie eine solche Gemeinschaft tragen kann.

Kurz und knapp gesagt ist der Gebetskreis für mich ein Ort, eine Zeit, in der ich mit anderen Gläubigen gemeinsam feiere und bete.

Die Gemeinschaft muss nicht unbedingt groß sein, denn …

… wo zwei oder drei versammelt sind auf meinen Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Mt. 18,20

Für jemanden, der noch keine Gebetskreis-Erfahrung hat, möchte ich erklären, wie solche Treffen ablaufen können. Klar gibt es unterschiedliche Gebetskreise (traditionell, Bibelkreise, Hauskreise, Familien …). Ich gehe in meinem Beitrag speziell auf die Gebetskreise der charismatischen Erneuerung ein.

Die Gebetskreise können wöchentlich, 14-tägig oder auch einmal im Monat stattfinden. Ein wöchentliches Treffen ist natürlich gut, weil man den „Faden” nicht so schnell verliert.

Am besten ist es, sich vom Heiligen Geist durch die gemeinsame Zeit führen zu lassen. Ein grober Ablauf ist hilfreich, aber es kann oft ganz anders verlaufen, als geplant.

Nach dem Ankommen, tauschen wir uns meistens kurz aus. Persönliche Erlebnisse mit Gott seit dem letzten Treffen werden erzählt, und auch merkt die Gruppe sofort, wenn jemand beladen mit Sorgen oder Ängsten ankommt, und Gebet braucht.


Nachdem alle zur Ruhe gekommen sind, folgt die Lobpreiszeit. Im Lobpreis erheben wir Gott über alles. Lobpreis lässt unseren inneren Blick, unser Herz über die Sorgen des Alltags auf Gott richten.

Zu Ihm, der alles trägt, der uns kennt und der alles weiß.

Wir haben in unserem Gebetskreis leider keine musikalische Begleitung. Wir singen Lieder und loben Jesus auch manchmal nur mit Worten, die beschreiben, was Er für uns ist. Wir danken Ihm dafür. Lobpreis bringt Jubel und Freude zum Ausdruck und gebührt Jesus allein.

Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN alle Welt! Singet dem HERRN und lobet seinen Namen; verkündiget von Tag zu Tage sein Heil! Erzählet unter den Heiden seine Ehre, unter allen Völkern seine Wunder. Denn der HERR ist groß und hoch zu loben, wunderbar über alle Götter. Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HERR hat den Himmel gemacht. Es stehet herrlich und prächtig vor ihm und gehet gewaltig und löblich zu in seinem Heiligtum. Ihr Völker, bringet her dem HERRN, bringet her dem HERRN Ehre und Macht. Bringet her dem HERRN die Ehre seines Namens; bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe! Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt!

Psalm 96, 1-9

Ein weiteres Element des Gebetskreises ist das Sprachengebet, welches oft auch spontan während oder direkt nach dem Lobpreis beginnt.

Für mich persönlich ist die Zeit des Sprachengebets sehr wichtig. Ich mag es sehr und möchte fast sagen, es ist ein himmlisches Gebet, in dem ich mich ganz öffnen und fallen lassen kann.

Manchmal fehlen auch einem die Worte, und der Geist Gottes spricht aus einem.

So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist. Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.

Römer 8, 26-27


Gerhard Stern ist schon auf das Sprachengebet eingegangen. Ihr könnt in seinem Beitrag vieles darüber nochmal nachlesen.

Manchmal kann die Zeit des Sprachengebets den Ablauf der Gebetskreiszeit in eine andere Richtung lenken. Gott kann uns durch Eindrücke, Bilder oder Bibelstellen darauf hinweisen, was für Ihn gerade wichtig ist, und wer oder was Gebet braucht. Es kann für einzelne Personen sein, für den Gebetskreis selbst, für bestimmte Menschengruppen oder für die Gemeinde, die der Gebetskreis vertritt.


Wichtig ist natürlich im Gebetskreis auch die Bibel. Man z. B. kann längere Bibelstellen über mehrere Wochen hinweg zusammen „durcharbeiten”, man kann Bibelstellen teilen (lesen/verweilen/schweigen/austauschen). Dafür gibt es im Internet tolle Anleitungen. Eine sehr alte, wiederentdeckte Form des Bibel teilens ist „Lectio divina”. Über diese sehr meditative Form der Bibelarbeit, die hauptsächlich im Mönchtum geübt wurde, kann man auch viel im Internet nachlesen.

Die Zeit mit der Bibel kann aber auch manchmal sehr kreativ verlaufen. Zum Beispiel können Bibelstellen „nachgespielt” werden. Die Gebetskreisteilnehmer schlüpfen in die verschiedenen Rollen der Personen in der gewählten Bibelstelle und versuchen aus deren Sicht alles wahrzunehmen. Ein Austausch am Ende kann manchmal ziemlich überraschend sein. Vieles, was wir beim einfachen Lesen übersehen oder nicht verstehen, kann plötzlich klar und verständlich sein.


Ein weiteres Element im Gebetskreis kann ein Fürbitt-Teil sein, in der jeder einzelne seine persönlichen Anliegen nochmal vor Gott bringen kann.


Besonders schön ist es, wenn Zeit ist, füreinander zu beten. Jeder einzelne Gebetskreisteilnehmer kann nochmal in besonderer Weise vor Gott kommen, und die anderen beten über ihm oder ihr. Ich möchte darauf aber gar nicht weiter eingehen, da ihr in Pater Rudolfs Beitrag am nächsten Sonntag sehr viel über das Segnen und segnen lassen erfahren werdet.


Am Ende der Gebetskreiszeit beten wir noch das „Vater unser” das „Ave Maria” und bitten um Gottes Segen für die Zeit bis zum nächsten Mal.


Persönliches Zeugnis

Auf einem Pfingsttreffen der CE hörte ich zum ersten Mal das Sprachengebet. Obwohl für Viele diese „fremde” Gebetsform sehr komisch wirken mag, war ich persönlich von Anfang an wirklich gefesselt. Ich spürte eine himmlische Beziehung und ein Verlangen nach mehr. Ich war Jesus noch nie so nahe. Dies veranlasste mich, zu einem Gebetskreis zu gehen, und mein Weg mit Jesus begann.

Meine persönliche Beziehung mit Jesus.

Die Gemeinschaft führte und leitete mich und beantwortete meine Fragen. Sie bestärkte mich und gab mir Halt.

Damals und heute.

Die Gemeinschaft „spürt” sofort, wenn es jemandem nicht gut geht und betet und segnet dafür.

Ich habe einfach das Gefühl, dass ich nicht alleine bin auf meinem Weg mit Jesus. Der Austausch und die Erfahrungen über das, was Jesus tut, ermutigt immer wieder und lässt uns danken und lobpreisen!


Noch ein paar Hinweise, die für dich hilfreich sein können:
  • Falls du noch nicht in einem Gebetskreis bist, kann ich es dir nur empfehlen, dich auf die Suche zu machen. Eine Gebetsgemeinschaft ist sehr wertvoll. Du darfst kommen, wie du bist! Unsere Gruppen findest du auf www.erneuerung.de
  • Sollte es in deiner Nähe keinen Gebetskreis geben, schau dich weiter um. Eigentlich reicht am Anfang auch nur eine weitere Person, von der du weißt, sie möchte das auch, denn „wo zwei oder drei …”. Vieles hat klein begonnen!
  • Habt Mut! Wir stehen mit Rat, Tat, Gebet und jede Menge Material zur Seite!
  • Damit der Gebetskreis lebendig bleibt, ist es wichtig auf Gott zu hören! Es ist ja schließlich Sein Gebetskreis, und Er hat den besten Plan!
  • Wenn du schon in einem Gebetskreis bist oder sogar einen Gebetskreis leitest, darfst du dich jederzeit melden, wenn du Probleme oder Fragen hast.