Lehre/Lehren

Trixi Schönbuchner

Stell dir einmal vor, du triffst eine gute Freundin, und sie sagt zu dir:

„Ich muss dir unbedingt was erzählen. Ich habe in einem Restaurant eine Pizza gegessen, die war die beste meines Lebens! Du musst aber selbst herausfinden, wo du sie findest!”

Würdest du dir die Mühe machen, und alle Italiener im Umkreis probieren, nur weil du denkst, die Freundin muss recht haben? Also ich nicht.

Das ist zwar jetzt ein komischer Vergleich, aber leicht verständlich. Wir würden wahrscheinlich auch nicht zu Menschen sagen:

„Dieser Jesus ist wirklich super aber mehr mag ich dir gar nicht erzählen.”

Wenn man von etwas sehr überzeugt ist, möchte man möglichst viel davon berichten können.

Es ist nicht leicht, eine wirkliche Vorstellung vom persönlichen christlichen Glauben zu haben, wenn man in einer Kultur lebt, die sich von Jesus entfernt hat. Mein katholischer Glaube war in der Kindheit geprägt von Traditionen rund ums Kirchenjahr und auswendig gelernten Gebeten. Klar hat mir das nicht geschadet, aber heute weiß ich: der Anruf kam von Gott selbst, um das alles gerne und aus Liebe zu tun, und das macht es für mich erst vollkommen und echt.

Heute ist der Kern meines Glaubens an Gott die spürbare und auch durch die Lehre nachweisliche Erkenntnis: ich bin geliebt! Ein geliebte Kind Gottes.

Die spürbarste Erkenntnis des Geliebt-seins erfahre ich persönlich am meisten durch Gebet und Stille. Obwohl es am einfachsten scheint, ist es für viele von uns am allerschwierigsten. Wir sind ja gewohnt, was zu tun. Wir kämpfen lieber als zu ruhen. Wir gehen lieber Verpflichtungen nach, anstatt uns dem Frieden hinzugeben.

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, ein gutes Mittel zwischen dem Empfangen im Herzen und dem Empfangen im Kopf zu finden. Was der Heilige Geist mit dem Empfangenen macht, ist eine andere Sache. Manchmal muss man etwas 1000 Mal hören, bis einem ein Licht aufgeht.

Die Sendung und Lehre, die Jesus seinen Jüngern ursprünglich ins Herz legte, ist ein klarer Auftrag von Jesus an uns. Das von den Aposteln, von Leben, Tod und Auferstehung Jesu, Erlebte (sie sind die bleibende Norm für alle Christen) und auch unsere eigenen Erfahrungen mit unserem Freund Jesus weiterzuerzählen, und die Menschen begeistern zu wollen, ist unser Auftrag. In uns Christen ist durch die Taufe und Firmung (kath.) der Sendungsauftrag grundgelegt, und er wird durch die Gnadengaben des Heiligen Geistes beflügelt. Wir brauchen die Kirche, ihre Menschen, auch Traditionen, Ereignisse usw., um diesen Deckel zu öffnen.

Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit;

Kolosser 3:16a

Und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus. Apostelgeschichte 5:42

Apg 5:42

Es gibt viele Möglichkeiten der Lehre und des Lernens über Jesus und seine frohe Botschaft.

Als erstes fällt mir die Predigt im Gottesdienst ein. Für mich sind das die erkenntnisreichsten Worte überhaupt. Wohl auch die am meisten „live” erlebten Lehren, die ich keinesfalls verpassen mag.

Dann gibt es die Möglichkeit, an Jüngerschaftsschulen (Glaubenskurse) und christlichen Konferenzen teilzunehmen und Glaubensbasics komprimiert zu hören, um sie dann in den Alltag mitnehmen zu können. Gebetstage/Exerzitien mit einer guten Mischung aus Lobpreis, Lehre und Ruhe können dich im Glaubensleben gut voranbringen. Die Charismatische Erneuerung bietet hierzu auch viele Möglichkeiten in ganz Deutschland an.

Für jemanden, für den es nicht so leicht ist, wegzufahren und wegzubleiben von zuhause gibt es zum Glück das Internet, mit seinen unzähligen Angeboten an Lehren, die man nach Belieben jederzeit kostenlos abrufen und anhören kann. Für mich war es familienbedingt nicht immer ganz einfach, christliche Tage zu besuchen. Da bot sich mir die Möglichkeit im Internet immer ganz gut. Bei den meisten Konferenzen kann man ja mittlerweile auch schon live im Internet dabei sein. Welch ein Segen! Besonders auch die kostenlosen, themensortierten Medien vom Gebetshaus Augsburg, auf die man zugreifen kann, haben mir schon oft geholfen, so manchen Knoten zu lösen. Allerdings muss man im Web schon auch richtig aufpassen, um nicht an Esoterik oder Beiträge von Sekten o. ä. zu geraten. Wenn du neu bist auf der Suche nach Inputs, frag am besten jemanden, der sich da schon auskennt. Ich persönlich mag auch gerne Lehren von Joyce Meyer und Heidi Baker. Für mich zwei der brennendsten und mutigsten Verkündiger der heutigen Zeit. Meyer mag ich deswegen, weil sie durch ihre schwierige Vergangenheit absolut weiß, wovon sie spricht. Ich kann sehr viel annehmen von ihr.

Als neues Medium habe ich die Bibel-App für mich entdeckt, auf die Pater Rudolf in seinem Beitrag auch schon hingewiesen hat. Sie ist in meinen Augen eine ganz tolle Möglichkeit, dran zu bleiben. Hier gibt es unzählige Bibellesepläne, die durchgearbeitet und meditiert werden können. Die App schlägt dir verschiedene Themen vor (z. B. Liebe, Gnade, Frauen, Männer, Elternschaft, Vergebung, Furcht, Depression, Wut, Zweifel … usw), und du kannst dir Tag für Tag dazu Andachten/Lehren anhören und bekommst auch passende Bibelstellen. Das Schöne daran ist auch, dass du die Lesepläne mit seinen kurzen Lehren und Inputs zusammen mit Freunden oder mit deinem Gebetskreis durchmachen kannst.

Auch gibt es neben christlichen Ratgebern und Lehrbüchern wirklich gute Biographien und Erzählungen, in denen Menschen von ihrem Weg mit Jesus berichten. Besonders beeindruckend finde ich Bücher von Christen, die in den schwierigsten und ärmlichsten Umständen an Gott festgehalten haben (z. B. Corrie ten Boom, Dietrich Bonhoeffer). Lebensgeschichten helfen uns auch manchmal, demütig zu bleiben. Oft, wenn unser Anspruchsdenken überhandnimmt und wir ins „Jammern” geraten, ist es nicht schlecht, sich ein solches Buch in die Hand zu nehmen.

Kürzlich habe ich „Unfertig” von Andreas Boppart gelesen, mir wirklich viel daraus mitgenommen und mich vor allem selbst bei vielen Dingen, zu denen wir Christen oft neigen, ertappt. Das gebe ich euch als persönlichen Buchtipp mit! 🙂

Das Thema „Lehre” ist wirklich sehr umfangreich. Die von mir geschilderten Lehrangebote sind wirklich sehr kurzgehalten und sind meine persönlichen Erfahrungen, die für dich vielleicht ganz anders aussehen. Besonders in der Sparte Literatur gibt es wirklich viel Angebot.

Ein paar Botschaften möchte ich am Ende noch mitgeben:

  • Meistens entschlüsselt der Heilige Geist das Gehörte oder Gelesene in der Stille. Bitte ihn darum!
  • Finde für dich eine wirklich gute Mischung aus Ruhe-/Gebetszeiten und Input. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gerade neu bekehrte Christen einen großen geistlichen Hunger haben. Man kann sich selbst leicht überfordern und verzetteln. Letztendlich gibt einem Gott ein, was man wissen muss. Sein Zeitplan ist perfekt.
  • Lehre darf auch Freude machen
  • Im Gebet und auch im Alltag oder im Schlaf erhältst du manchmal Hinweise, wo Gott in deinem Leben gerade wirken möchte. Bitte ihn darum, dir zu zeigen, was du selbst tun kannst.
  • Mache dir Notizen, während du Lehren hörst. Arbeite damit!

Die Lehre, die Weitergabe unseres Zeugnisses an die Menschen ist ein klarer Auftrag von Jesus (Evangelisierung). Bitte den heiligen Geist darum, dir zu zeigen, wie du auf andere zugehen kannst. Lehren setzt eine hohe Aufmerksamkeit und Empathie voraus. Glaubenseifer oder Euphorie kann auch abschreckend wirken, vor allem wenn das Gegenüber nicht offen ist dafür.