CE-Rundbrief Juni 2020 – Corona – Allein in der Gegenwart Gottes sitzen.

 

Charismatische Erneuerung                                             36148 Uttrichshausen, Juni 2020        

im Bistum Fulda                                                                     Mottener Str. 5                                          

Elfriede Schuldes                                                                  Tel 09742/9329757

                                                                                                      Mail: elfriede.schuldes@t-online.de

                                                                                                      Homepage: fulda.erneuerung.de

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Charismatischen Erneuerung,

 

herzliche Grüße von unserem NEUEN Bistumsteam. Es besteht aus mir (1.), Klaus und Tanja Eckert (2. und 3.), Pfarrer Bernhard Axt und Barbara Kreß (dazu berufen). Nach unserem Einkehr-tag am 8. Febr. 2020 wurde die Wahl durchgeführt. Ein Bestätigungsschreiben von unserem Bischof Dr. Gerber haben wir bereits erhalten.

 

Mit diesem Infoschreiben möchten wir euch u.a. in Bezug auf die aktuellen Corona-Beschrän-kungen – insbesondere die Auswirkungen auf alle Aktivitäten der CE – informieren und auf dem Laufenden halten.

 

Leider hat uns die Corona-Krise nun vollkommen ausgebremst. Im März mussten wir unser geplan-tes Seminar mit Barbara und Oswin Lösel im Bonifatiuskloster Hünfeld absagen. Bis auf weiteres können wir keine Lobpreisgottesdienste anbieten. Die Auflagen sind einfach zu groß. Was wäre ein Lobpreisgottesdienst, wenn wir nicht begeistert mit unserer Band Lobpreislieder singen könnten? Auch das Angebot der Aufsteh-Hilfe kann aktuell nicht stattfinden. Viele vermissen die regel-mäßigen Treffen der Gebetskreise oder Bibelgruppen in den verschiedenen Orten. Auch hinter den geplanten Veranstaltungen, wie z.B. dem Confetti-Camp im September 2020 in Kleinsassen oder dem Seminar mit dem bekannten Ehepaar Lüling im Oktober 2020 im Bonifatiuskloster Hünfeld stehen ganz große Fragezeichen. Wir wissen im Moment einfach nicht, wie es weitergeht und wann wir uns wieder treffen können . Also ist Geduld angesagt.

 

Wir sollten die Situation so annehmen, wie sie ist. Es gilt jetzt auch, die verschiedenen Meinungen zu unterscheiden und sich nicht von Hetzkampagnen beeinflussen zu lassen. Beten wir um den Geist der Einsicht und des Rates, damit wir nicht vom Geist der Verwirrung irregeleitet werden. Wir  gehen davon aus, dass die Verantwortlichen überlegt handeln und wir ihrem Rat und den Anweisungen folgen sollten. Für die Zeit, die  wir überbrücken müssen, haben wir Pfarrer Bernhard Axt um eine Anregung gebeten, welche ihr im Anschluss findet. 

Kommt gut durch diese Krise und bleibt gesund. Wir melden uns wieder. Ihr könnt mich auch anrufen oder anschreiben (siehe oben)

                                                                 Elfriede Schuldes

Auch ich grüße euch herzlich!

„Denen, die Gott lieben, gereicht alles zum Guten!“ (nach Römer 8) Daran glauben wir. Aber jetzt fällt es vielleicht doch manchem schwer. Außer den normalen Kontakt-Beschränkungen auch noch das: Kein Lobpreis-Gottesdienst (er lebt ja vom gemeinsamen Singen! Geht aber nicht – siehe Baptistengemeinde in Frankfurt), keine Gebetskreise, kein Seminar!

Ja, was hat denn Gott mit uns vor, wenn doch alles zum Guten gereichen soll?

Die Rezepte, die Gott uns gibt, damit wir geistlich wachsen, sind oft solche, die wir uns selber nie ausgedacht hätten! Jetzt gilt es Geduld, Ausdauer und Treue zu trainieren und in der Vereinzelung durch zu halten. Daran werden wir geistlich wachsen.

 

Ich mache ein paar Vorschläge:

  1. Allein in der Gegenwart Gottes sitzen.

Dazu gehört: Ich suche mir einen Ort und eine Zeit, wo ich ungestört – mit einer Kerze und wenig optischer Ablenkung – in der Gegenwart Jesu sein kann. Ich schaue auf die Uhr und sage: 20 Minu- ten (oder 30), nicht mehr! Nach dieser Zeit werde ich wieder aufstehen – egal, ob es nachher wenig Spürbares „gebracht“ hat (endlich geschafft!) – oder ob ich mich gerade super-wohl und im Frieden Gottes fühle!

 

Was mache ich da?

Ich atme einige Zeit einfach ruhig ein und aus. Ich denke dabei nur: Jesus, Du bist da.

Dieses „Nichts-tun“ ist Gott sehr wohl gefällig!

Danach nehme ich EINEN Satz aus der Hl. Schrift, der schon bereit liegt – und „atme“ ihn aus und ein. Ich verzichte auf „Kopf-Erkenntnisse“. Ich lasse diesen einen Satz im Aus- und Ein-Atmen in meine Seele hinein – wirken.

Wenn mir etwas kommt, was ich Gott sagen möchte – dann sage ich es. Es kann immer dasselbe sein. Es muss keine Menge sein. Aber ich darf mir auch „alles von der Seele reden“, was mich beschäftigt.

DAS ist die ganze, vor Gott sehr wertvolle Gebets-Übung.

 

  1. Die geistliche Lesung

Wie oben: Ort und Zeit, Kerze …….

Ich lese – langsam – ein geistliches Buch oder ein Buch der Bibel. Das kann z.B. Die Apostel-geschichte sein. Nicht mehr als täglich ein Kapitel. Aber anders als sonst: Nach jedem Abschnitt mache ich Halt. Ich denke drüber nach – und wende es auf MICH an. Ich versuche, drüber MIT GOTT ins  Gespräch zu kommen. Das ist das Wichtigste daran: Dass ich mit Gott ins Gespräch komme!

Diese Übung hat eine lange Tradition in der Kirche (Priester-Ausbildung, Klöster usw.)

 

Für beide Arten der „Stillen Zeit“ gilt der Gedanke des Heiligen Ignatius:

NICHT DAS VIEL-WISSEN SÄTTIGT DIE SEELE,

SONDERN DAS SCHMECKEN UND INNERE VERKOSTEN!“

 

Diese Übungen stehen etwas im Kontrast mit unseren üblichen Gruppen-Bibel-Gesprächen, wo wir in Gefahr sind, zu stark auf der Ebene des Intellekts zu bleiben. Welches „Material“ nehme ich bei diesen Übungen?

Zu 2. habe ich die Apg. genannt. Ansonsten weiß ich nicht, welche geistlichen Bücher ihr zuhause habt.

Zu 1. kann ich mir folgendes vorstellen: Man schaut sich vielleicht einen Tag vorher die Bibeltexte des kommenden Sonntags an – und schreibt sich einen  Satz heraus.  Den sollte man dann am nächsten Tag wie beschrieben meditieren. Man kann auch mehrere Tage denselben Satz nehmen!

Die frühen Mönche nannten das „ruminatio“ (= „Wiederkäuen“, vgl. Kühe oder Kamele…) und

haben diese Art überaus wert geschätzt!

 

Ein  zusätzlicher Vorschlag: Die technischen Möglichkeiten nützen!

WhatsApp: Der Maberzeller Gebetskreis tauscht sich per WhatsApp aus. Jeder schreibt, was ihm beim Betrachten des Sonntagstextes am Tag zuvor aufgegangen ist.

Es ist schön, dass einige aus dem Schlüchterner Gebetskreis und einige auf dem Gebetskreis in Großenlüder sich zu Gruppentreffen entschlossen haben, die über die Medien funktionieren (Skype bzw. HouseParty oder Zoom). Das technisch Besondere ist anfangs leider mit ewas Stress verbunden.

Deshalb kann man sich auch zu zweit „treffen“ Das geht über Telefon!

Zum Beispiel so: 2 Personen treffen sich telefonisch, beten im Wechsel oder zusammen die Pfingstsequenz oder 10 mal das Bistums-Gebet um Erneuerung. Das macht ruhig…Dann fragen: Wie geht es dir? Wofür sollen wir (frei) beten? Dann kann man sich austauschen, was einem bei der Betrachtung des vereinbarten geistlichen Textes aufgegangen ist.

Das sind meine Anregungen.

Pfarrer Bernhard Axt