„In meiner Kindheit wuchs ich vollständig atheistisch und fernab eines christlichen Glaubens auf. Selber konnte ich nicht verstehen, wie man an einen Gott glauben oder generell ein religiöses Leben führen konnte. Im Nachhinein betrachtet, war ich von einer Leere geprägt, die sich durch alles durchgezogen hat. Regelmäßig habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was der Sinn des Lebens sein könnte. Wieso sollte man sein Abi oder Studium machen? Nur, um bis zur Rente zu arbeiten und schlußendlich auf das ewige ‚Nichts‘ zu warten?
Doch eine Frage, die mich noch viel mehr beschäftigt hat, war die Frage, was nach dem Tod kommt. Was das ist. Es gab Phasen, wo ich teilweise tagelang angeschlagen oder niedergeschmettert war, weil ich mir nicht vorstellen konnte, daß der große Lebenssinn, also alle harten Anstrengungen, nur die ‚ewige Dunkelheit‘ sein soll.
Geprägt von vielen familiären Konflikten und Unruhen, habe ich im Sommer 2023 ganz unregelmäßig und locker zu Gott gebetet, ohne zu wissen, was dahintersteckt oder welchen Gott ich meinte. Dennoch spürte ich danach stets ein Gefühl der Erleichterung und auch Befreiung.
Am 02. Januar 2024 stand ich dann nach Feierabend vor dem Erfurter Dom und habe das Bedürfnis gespürt, bei der nächsten Messe dort zu sein. Dies war nach einer kurzen Recherche um 18:00 Uhr.
Meine ersten Eindrücke waren natürlich durch Unsicherheit geprägt, weil ich mir wie in einer anderen Welt vorkam. Aber auch dort habe ich ein erleichtertes Gefühl wahrnehmen können und irgendwie war dort schon klar, daß das mein neuer Weg ist und daß ich zukünftig getauft werden möchte.
Ich habe erkannt, daß Jesus Christus als Mensch auf der Welt war und für unsere Sünden gestorben ist. Das hat mich final vom christlichen Glauben überzeugt. Selber konnte ich mir Input aneignen, und natürlich der Austausch mit einer sehr lebendigen Gemeinde haben mich wahrhaftig vom katholischen Glauben überzeugt.
Durch eine Begegnung mit Gott am Ostersonntag war für mich klar, ich möchte zeitnah auf seinen Namen getauft werden und den ewigen Bund eingehen.
Ich durfte bewußt die Taufe erleben und spürte, daß alle meine Sünden vergeben waren. Dies sah ich als eine große Gnade Gottes an und es half mir schon einige Male durch schwierige Zeiten.
Man kann also sagen, daß Gott bei mir aus dem Nichts alles gemacht hat. Nur durch ihn und das Wirken des Heiligen Geistes wurde ich aus dem Tal der Dunkelheit in seine Kirche und vollständig zum Glauben geführt.
Dies ist ein unfaßbares Zeugnis für seine grenzenlose Allmacht und das Wirken des Heiligen Geistes.
Aber nicht nur bei mir sieht man das. Speziell in den Gottesdiensten des Domes St. Marien spürt man besonders den Heiligen Geist. Wir befinden uns im Bistum Erfurt in einer Diasporasituation, aber dort steckt viel mehr dahinter. 2024 wurden alleine im Dom 6 Jugendliche und Erwachsene getauft, die eine ähnliche Geschichte wie ich aufweisen, sozusagen vom Nichts zum Reich Gottes gelangt sind.
Auch in vielen anderen Bereichen ist dies zu spüren. Monatliche Glaubensabende, an denen teilweise über 50 Jugendliche teilnehmen, die mit unglaublich starken Zeugnissen den Glaubensalltag ungemein bereichern, das Wirken des Heiligen Geistes bekräftigen sowie die Gnade Gottes und seine allumfassende Barmherzigkeit.
Ja, Jesus Christus ist der allmächtige und lebendige Gott, der sich alltäglich im Großen und im Kleinen bei jedem von uns äußert. Er beruft jeden zu seinem Reich, und er gibt uns die Freiheit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ zu sagen. Umso mehr können wir froh sein, daß wir ‚Ja‘ gesagt und uns nicht verschlossen haben.
Man kann stets dafür beten, daß es uns auch in Zukunft gelingen möge, seine heilbringende und barmherzige Botschaft für uns als unseren Lebensweg und Sinn zu erkennen und zu verstehen.“

