Rundbrief Weihnachten 2020

Der neue Rundbrief der CE Würzburg ist endlich da. Das Thema, das uns alle in diesem Jahr besonders beschäftigt, die Corona-Pandemie, geht auch am Weihnachts-Rundbrief nicht spurlos vorbei. Trotz aller Einschränkungen und Probleme kann diese Zeit auch Anstoß geben sich auf das Wesentliche zu besinnen und wie wir mit Gott und Gott mit uns durch diese Zeit gehen bzw. geht. In dieser Ausgabe haben verschieden Personen Zeugnis gegeben, wie sie diese Situation erlebten und erleben und können wie auch der Beitrag von Pfr. Henning Dobers (Vorsitzender der GGL Deutschland) Anregung geben mit dieser Pandemie umzugehen.

Unser Weihnachtsrundbrief trägt in diesem Jahr kein weihnachtliches Motiv, keine Kerzen, kein stimmungsvolles Bild, – dafür ein Boot im Wasser und die Worte ErwartungHoffnungVertrauen. Wir können in diesem Bild vielleicht unsere eigene Situation in dieser Zeit erkennen wenn wir die von der CORONA-Pandemie heimgesuchten Welt vor Augen haben. Auch auf die Flüchtlinge, die übers Meer nach Europa kommen, mag dieses Bild hinweisen. Bei ihnen kommt zur Hoffnung noch die Angst um ihr Leben.  

Das Jahresende ist nicht mehr weit und das Neue Jahr steht vor der Tür. In der Rückschau auf 2020 hat die Corona-Pandemie einen sehr großen Teil unseres Lebens in diesem Jahr beeinflusst, wenn nicht gar dominiert. Doch, richten wir den Blick nach vorne.

Das Boot auf der Titelseite soll als Synonym für die folgenden drei Fragen gelten.

Was erwarten wir? 

Das Boot hat eine Richtung eingeschlagen fährt einem Ziel entgegen. Die Bootsinsassen erwarten dieses Ziel auch zu erreichen. Wenn wir jetzt von Erwartung sprechen, dann denken wir wahrscheinlich vorerst daran: Gibt es bald einen Impfstoff gegen Corona? Wird die Einschränkung bald zurückgenommen? Wann können wir uns wieder normal bewegen und wie lange beherrscht die Pandemie noch unser Leben? Das sind Fragen, die uns tagtäglich beschäftigen.

Aber wir sind in der Adventszeit, der Zeit der Erwartung auf Weihnachten hin, der Menschwerdung von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Er ist das Heil dieser Welt, unser Erlöser. So wie die Menschen im Boot sich wahrscheinlich nach einem Kompass orientieren, so ist er für uns der Kompass, die Richtung und das Ziel, das wir trotz Corona nicht aus den Augen verlieren.

Worauf hoffen wir?

Stellen wir uns die Menschen im Boot vor.  Sie hoffen sicher und heil am gewünschten Ziel anzukommen. Sie hoffen, dass kein Sturm sie von ihrer gewählten Richtung abdrängt, dass hohe Wellen ihr Boot nicht zum Kentern bringen. Auch auf unserem Weg zum Ziel gibt es „Wellen“, die versuchen uns vom Weg abzudrängen, seien es die „schönen und angenehmen“ Dinge dieser Welt, oder jetzt die Pandemie, wenn sie versucht uns aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wir dürfen darauf hoffen, dass Jesus der „Kapitän“ unseres Schiffes Macht über den Sturm, über die Naturgewalten und alle Bedrängnisse unserer Zeit hat. Im Bericht über den Sturm auf dem See (MK 4, 35-41) zeigt uns Jesus wer Herr über Sturm und Naturgewalten ist.  Wir erinnern uns: Es stürmt, die See ist aufgewühlt und das Boot wird hin und her geworfen, die Jünger kämpfen mit aller Kraft gegen den Sturm an, doch es droht zu kentern. Es scheint, dass alle ihre Mühe umsonst ist. Eine lebensgefährliche Situation. Sie sind verzweifelt und haben Angst unterzugehen. Jesus ist mit im Boot, – er schläft friedlich. Als sie ihre Angst nicht mehr aushalten, wecken sie ihn. Er droht dem Sturm und gebietet dem See: „Schweig sei still“, und fragt: „Warum habt ihr solche Angst?“ Wie Vielen, die jetzt einsam, alleine, ohne Kontakte sind und in Angst vor dem Virus (das ist heute der Sturm) mag es ähnlich ergehen wie den Jüngern im Boot.

Glaube ich, dass Jesus in dieser Situation bei mir ist? Hoffe ich, dass Jesu Liebe mich trägt und hält und alles zum Guten wendet?

Vertrauen wir?

Schauen wir noch einmal auf das Boot. Die See ist ruhig. Die Menschen im Boot vermitteln nicht den Eindruck als wären sie in Panik. Eine Frau und ein Mann reden auf einen Mitfahrer ein, der entgegen der Fahrtrichtung sitzt, den Kopf gesenkt hält und sich an der Bordwand festhält. Ob sie ihm gut zureden weil er vielleicht Angst hat? Ja, wir alle haben, aus welchen Gründen auch immer, irgendwann mal Angst. Angst ist menschlich. Auch Jesus hatte Angst, – er legte sein Leben vertrauensvoll in die Hände seines Vaters: „Vater dein Wille geschehe.“ Zu uns sagt er nach seiner Auferstehung: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Bringen wir unsere Ängste, unsere Hoffnung jederzeit vor den Herrn, vor Jesus. Seine Worte: „Habt keine Angst, seid ohne Furcht!“  gelten genauso für uns heute, – wie damals. Vertrauen wir auf ihn und geben unsere Ängste an ihn ab. Er hat ja versprochen uns nicht alleine zu lassen. Bevor er zum Vater ging hat er nochmals Gottes Beistand zugesagt mit den Worten: „Ich gehe zum Vater …, und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.“ Wenn wir auf die Zusagen Jesu vertrauen dann braucht uns nichts zu ängstigen. Manche Situationen können wir nicht ändern aber wir können von ganzem Herzen IHM vertrauen, – ER ist immer an unserer Seite.

Hier der Link zum Weihnachts-Rundbrief 2020

Ihnen und Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Manfred Aulbach, Diözesansprecher