Diözesantag: „Taufe im Heiligen Geist“

Jedidja Lobpreisband

Der Diözesantag am 16. November 2019 in Gambach begann mit der Feier der Hl. Messe, zelebriert von Pfr. Solomon aus Wasserlosen und musikalisch gestaltet von der „Jedidja“ Lobpreisband. In dieser Hl. Messe konnten alle die Anwesenheit des Heiligen Geistes spüren. Manfred Aulbach gab in der Predigt Zeugnis darüber wie er persönlich die „Taufe im Hl. Geist“ erlebte.

In seinem Vortrag ging Karl Fischer zunächst auf die Geschichte der „Erneuerung im Hl. Geist“ ein, ergänzt durch  Teile der Ansprache von  P. Dr. Raniero Cantalamessa, anlässlich  der Gründung von „CHARIS“ in Rom.

Die „Taufe im Hl. Geist“ wird in der Bibel u.a. bei Mt 3,11 erwähnt, wo Johannes über die Taufe mit Feuer spricht oder in der Apg 2, 37-38 … „ihr werdet die Gabe des Hl. Geistes empfangen“. Und Jesus sagte: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Hl. Geist auf euch herabkommen wird und ihr werdet meine Zeugen sein“ …  Die Taufe im Hl. Geist ist für Alle, denn beim Pfingstereignis lt. Apg 2,1-4 „ließ sich der Hl. Geist auf jeden von ihnen nieder. Und in Apg 2,37-38 lesen wir wie es sie „mitten ins Herz“ traf und sie durch Umkehr und die Taufe auf Jesu Namen dann die Gabe des Hl. Geistes empfingen. Bekehrung, Taufe, Geistempfang gehören zusammen.

In erster Linie wird die Geisttaufe auf zweierlei Weise beschrieben: als Aktualisierung der Tauf- und Firmgnade und als neue Sendung des Geistes. Sie wird häufig als „Lebendig-Werden“, „Erneuerung“ oder „Freisetzung“ der Gnade der Sakramente Taufe und Firmung beschrieben. Diese Formulierungen erkennen an, dass die „Taufe im Hl. Geist“ heute normalerweise eine Erfahrung bezeichnet, die später auf die Initiationssakramente folgt. In der frühen Kirche  bezogen sich die normalen Auswirkungen wie intime Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott, ein verwandeltes Leben in Gebet und Lobpreis sowie Eifer, das Evangelium weiter zu geben (oft begleitet von den Charismen) auf eine erfahrbare Realität. Heute ist es, bedingt durch die Norm der Kindertaufe nötig, gute Katechese und Unterweisung zu geben um einen lebendigen Glauben zu entwickeln und sich persönlich das neue Leben zu eigen zu machen, das empfangen wurde.

Wohin will die Taufe im Heiligen Geist führen und was bewirkt oder verändert sie im Menschen?

  1. Mit der Liebe Gottes erfüllt werden

Eine der auffälligsten Früchte ist eine neue Erfahrung der Liebe Gottes. Die Teilnehmer an den Dusquesne-Exerzitien 1967 in Pittsburgh (Beginn der Charismatischen Erneuerung in der kath. Kirche) berichteten, dass es einen Moment gab, in dem sie fürchteten, „die übermäßige Liebe Gottes die sie erlebten nicht ertragen zu könnten,“. „Es war“, sagten sie, „als wäre der Gott des Sinai in den Raum gekommen und hätte ihn und auch uns völlig erfüllt“.

  1. Ein Leben nach dem Gesetz des Geistes

Dieses neue Gesetz wirkt durch Liebe, – es ist das, was Jesus „ein neues Gebot“ (Joh 13,34) nennt. Der Geist hat das neue Gesetz in unsere Herzen geschrieben und sie mit Liebe erfüllt: „denn die Liebe ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Hl. Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5)

  1. Ein Bewusstsein, Sohn oder Tochter Gottes zu sein

Wer die Geisttaufe empfängt verspürt die unendliche Liebe Gottes, Sohn und Tochter zu sein, eingebettet in seine grenzenlose Liebe. Von IHM unendlich geliebt.

  1. Ein Leben unter der Herrschaft Christi zu führen

Das Ausschlaggebende an der Proklamation Jesu als Herrn, ist nach P. Rainiero Cantalamessa: Wenn wir ihn so verkünden, ist es nicht nur ein Bekenntnis des Glaubens, sondern jeder trifft auch eine persönliche Entscheidung: „Du bist mein Herr; ich gebe mich Dir hin und ich erkenne Dich frei als meinen Retter, mein Haupt, meinen Meister an, als den Einen, der jedes Recht über mich hat. Ich übergebe Dir voller Freude die Zügel meines Lebens.“

  1. Ein Leben mit den Charismen

In einem der wichtigsten Dokumente des 2.Vatikanischen Konzils lesen wir: „Derselbe Hl. Geist heiligt außerdem nicht nur das Gottesvolk durch die Sakramente und die Dienstleistungen, er führt es nicht nur und bereichert es mit Tugenden, sondern „teilt den Einzelnen, wie er will“ (1 Kor 12,11), seine Gaben aus und verteilt unter den Gläubigen jeglichen Standes auch besondere Gnaden. Durch diese macht er sie geeignet und bereit, für die Erneuerung und den vollen Aufbau der Kirche verschiedene Werke und Dienste zu übernehmen gemäß dem Wort „Jedem wird der Erweis des Geistes zum Nutzen anderer gegeben“ (1 Kor 12,7). Solche Gnadengaben, ob sie nun von besonderer Leuchtkraft oder aber schlichter und allgemeiner verbreitet sind, müssen mit Dank und Trost angenommen werden, da sie den Nöten der Kirche besonders angepasst und nützlich sind.“

Was wirkt der Heilige Geist? Und was geschieht, wenn der Hl. Geist uns erfüllt? Er schenkt uns Gnadengaben, – Charismen. In den Texten aus der Apostelgeschichte steht, dass diejenigen, die mit dem Hl. Geist erfüllt wurden, in Zungen redeten. Das bedeutet, es ist ganz normal, in „fremden Sprachen“ zu reden, wenn man mit dem Hl. Geist erfüllt ist. Wofür haben wir die Gabe des Sprachengebetes? In 1 Kor 14,2 heißt es: „Denn wer in Zungen redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott.“ Das Sprachengebet ist nicht die wichtigste Gabe, aber sie ist eine Hilfe für uns. Es ist als würde beim Reden mit Gott aus uns hervorsprudeln, was wir auf dem Herzen haben, ohne dass uns Verstand und Denken daran hindern.

Schlussendlich bleibt eine Erfüllung mit dem Hl. Geist ein ganz persönliches Erlebnis. Meistens, meinte Karl Fischer, wenn ihn der Hl. Geist erfüllt, merke er das an seiner Einstellung. „Ich spüre dann eine neue Kraft in mir, eine Gewissheit: „Mit Dir Gott ist nichts unmöglich.“ Oder ein Bewusstsein, dass Friede da ist, Freude, Liebe und Zuversicht.

Obwohl man nicht Christ sein kann ohne den Hl. Geist zu haben, ermutigt Paulus die Christen in Ephesus besonders: “Lasst Euch vom Geist erfüllen! Und zwar immer wieder!“ Also eine Handlung, die richtig übersetzt immer wieder vollzogen werden soll. Karl Fischer sprach hier als Beispiel von einem Akkubohrer, der immer wieder aufgeladen werden müsse. Brauchen wir eine neue Aufladung, oder hat unser Akku überhaupt schon mal eine „Ladestation“ gesehen?

Am Nachmittag stellte Miriam Öttinger ihr Hilfsprojekt in Uganda vor. Nach einer abschließenden Lobpreiszeit mit Aussetzung des Allerheiligsten beteten wir um Ausgießung des Hl. Geistes mit der Bitte, das in uns zu wirken, was wir jetzt brauchen.