Unser CE-Weihnachtsrundbrief 2020

Egglkofen/Obb., den 16.12.2020

Bei uns in Egglkofen war heuer Pfarrerwechsel. Und Mesner-Wechsel. Nach sechs Kaplans- bzw. Vikarsjahren die erste Pfarrstelle als Pfarradministrator für mich in einer Zeit, wo ich so gerne so viele Leute hätte wollen näher kennen lernen oder besuchen. Wo ich hätte gerne weiterhin CE-Veranstaltungen wie die „Tage des Gebetes“ in Niederalteich mit der Diözese Passau oder die traditionellen Einkehrtage mit unserer Gruppe Aufbruch und Hans Gnann hätte mitgestalten wollen … doch wir mussten zwei traditionsreiche und beliebte Tage, die über Jahre so viel Segen brachten, absagen … doch es gibt da leider ein Problem: Kontaktbeschränkungen, „Corona-Krise“, und nun „Lockdown“ mit nächtlicher Ausgangssperre sozusagen … durch den strikten Kurs unserer Regierung können wir am Heiligen Abend keine späte Christmette besuchen bzw. abhalten, obwohl unsere bayerischen Bischöfe sich akribisch bemühten, eine Ausnahmeregelung zu erwirken – vergebens. So ein Weihnachten haben wir wohl noch nie erlebt … „Was ist mit unserer Welt los?“, könnte man nun fragen … ich will versuchen, euch anhand von Zeugnissen eine Antwort zu geben, wie wir mit dieser Krise umgehen können.… so ein Weihnachten haben wir wohl noch nie erlebt …

„Was ist mit unserer Welt los?“, könnte man fragen …

Das Verspekulieren bei Immobilien oder Finanzen oder das „Verzocken“ bei Aktiengeschäften zeigte schon in den Jahren 2000 und 2007 fatale Folgen. Auch die Klimakrise beschäftigt die Vereinten Nationen. Ein Satz aus den Nachrichten ging mir neulich sehr zu Herzen: Wollen wir zukünftigen Generationen eine mit Billionen Dollar verschuldete und eine zerstörte Welt hinterlassen? Als Christen fragen wir heuer zur Weihnachtszeit sicher auch: Haben wir Menschen Maß und Ziel völlig aus den Augen verloren, gerät unsere Welt aus dem Ruder? Haben wir GOTT aus den Augen verloren?

Dr. Johannes Hartl, Augsburg

Der Augsburger Gebetshausleiter Dr. Johannes Hartl z.B. oder der sympathische christliche Wiener Psychiater DDr. Raphael Bonelli (der neulich eine erfolgreiche „Entschlackungskur von Bosheit“ empfahl), die auch in den sozialen Medien sehr engagiert sind, versuchen, ausgleichend und nüchtern aus christlicher Sicht einzuwirken. Beide machen sich Sorgen darüber, dass es in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen Lagerbildung gäbe, wo die Goldene Mitte verlorengegangen sei, zu viele Extreme also, der Verlust von „Zwischentönen“.

DDr. Raphael Bonelli, Wien

Trotz so vieler Forschung, Wissenschaft und Technik können wir Menschen wohl kein Patentrezept gegen diese unberechenbare Pandemie finden. Politiker, Ärzte und Mediziner beraten sich und tauschen sich aus. Entscheidungsträger haben jedenfalls keine leichte Aufgabe. Wie wir in drei oder fünf Jahren darüber denken werden, weiß heute niemand. Das Ganze werden wir vielleicht erst in einigen Jahren richtig beurteilen können, ob die Maßnahmen angemessen waren oder nicht. Jedenfalls „24/7“, d.h. Woche für Woche rund um die Uhr mit Angst bombardiert zu werden, ist nicht gut! 24 Stunden ständig ein Thema zu hören, macht krank.

Es gibt Menschen, die sich wochenlang in ihre Wohnung einsperren oder sie schotten sich ab, tragen in der Wohnung Maske, horten Lebensmittel, usw. Angst hält wie in einem Karussell. Ein schlechter Ratgeber! Renommierte Hirnforscher und Psychologen haben das Phänomen aus ihrer Sicht untersucht. Menschen machen ggf. böse, einseitige oder irrationale Sachen bei Angstzuständen. Dauerbeschallung mit Thema Corona schnürt ein – und Angst bedeutet auf Deutsch „Enge“.

GOTT hat uns aber einen Geist gesandt, dem wir grenzenlos vertrauen sollen, den Heiligen Geist, den wir bei Taufe und Firmung empfangen haben, den man – wie uns der Prophet Jesaja weissagte –„Geist der Freiheit und des Rates“ oder den „Geist der Stärke“ nennt, ein Geist, der auch Wunderkräfte (was übrigens auch die Physik für möglich hält) und übernatürliche Gaben zum Wachstum der Kirche schenken kann, so der 1. Korintherbrief des Apostels Paulus. Der Heilige Geist, durch den die Jungfrau Maria Jesus empfangen hat, sollte die Grund-Mentalität sein, die uns die Goldene Mitte bringt, entgegen des „Spirits der Angst“.

Christlich ist, mit Besonnenheit und Disziplin an Probleme heranzugehen und vor allem: grenzenlos auf GOTT vertrauen, der in diesem JESUS als unscheinbares Kind in Bethlehem geboren wurde, um UNS Menschen eine ewige Hoffnung zu schenken. GOTT wirkt im Verborgenen bereits großartige Dinge, davon bin ich felsenfest überzeugt, und vor allem will er nur unser Bestes, Gott wird in diesem Jesus Mensch – für UNS.

Der christliche irische Literaturwissenschaftler und Autor Clive Staples Lewis  (1898-1962) kämpfte an der Schlacht an der Somme 1916 an der Westfront und erlebte die Bombardements des II. Weltkriegs. Direkt nach dem II. Weltkrieg hatte man Angst vor einer atomaren Katastrophe. Wie sollen wir mit der atomaren Bedrohung umgehen? Lewis ließ sich nicht ängstigen. Seine genialen und hintersinnigen Bücher sind sehr lesenswert. C. S. Lewis meinte: Egal ob Pest, Wikingerzeit, Bedrohung durch Krebs, Unfälle, usw. Mit vernünftigen und schönen Dingen sollte man uns beschäftigt vorfinden, „sollte eine Bombe fallen“, und wir sollten nicht wie „hypnotisierte Kaninchen“ über Bomben grübeln.

Das Zeugnis von Alan Ames, ein bekannter katholischer Autor und Sprecher aus Australien faszinierte mich ebenso, und es gibt Antworten auf die Zeit der Prüfung, durch die wir nun, meine Lieben, gehen müssen. Das Kreuz Jesu gewinnt in diesen Wochen eine tiefe Bedeutung für uns. Ich durfte Alan und seine Dolmetscherin, Frau Beatrix Zureich, im Jahr 2009 in meiner Geburtsstadt Cham/Opf. persönlich kennenlernen, der 1993 eine starke Begenung mit Gott hatte, und damit ein neues Leben begann. Er reiste mit dem Segen seines Heimatbischofs durch die ganze Welt, um die Menschen durch sein Glaubenszeugnis und seine Gabe der Heilung zu beschenken.

Ich persönlich halte ihn für absolut authentisch, er steht aus meiner Sicht mit dem was er veröffentlicht und sagt ganz in der Lehre unserer Mutter Kirche. Nun kann auch er wegen Covid-19 schon lange nicht mehr reisen. Alan Ames sprach vor kurzer Zeit in einem Interview mit der Plattform KATH.NET über Gehorsam in der Kirche, Covid-19, besondere Begegnungen mit Gott und die besten geistlichen Waffen. Während des Interviews tauchte bei ihm plötzlich ein blutrotes Kreuz! auf seiner Handinnenfläche auf.

Unsere Aufgabe ist es jetzt nicht, über die Regierung zu schimpfen, vor Wut die Kontrolle zu verlieren, uns abzuschotten, oder zu resignieren, sondern tiefer zu schauen und im Gebet den Himmel zu bestürmen. Beten wir um die Kraft von oben, den Heiligen Geist, tun wir es ganz akribisch, täglich. Aus meiner Sicht ist der Virus – und warum ihn Gott zulässt – auch ein Stück weit so etwas wie eine Notbremse für das Fehlverhalten und die Maßlosigkeit so vieler Menschen. Mehrmals warnte Papst Franziskus vor der rigorosen „Wegwerfkultur“ und der „Pandemie der Gleichgültigkeit“. Jesus könnte des Virus theroetisch sofort wegschicken oder ins Weltall schießen, auf der Stelle, oder? … aber er tut es nicht. JESUS ist damals auch nicht vom Kreuz gestiegen, als man lästerte über ihn, warum er sich denn nicht selbst helfen könne. Jesus weiß, wie wir Menschen „ticken“ – manchmal sind Menschen gierig, machtbesessen, sensationslustig , wundersüchtig … wir meinen er müsse uns etwas „beweisen“, damit man an ihn glauben könne. Den Vorwurf machen uns jetzt vielleicht manche Kirchenfeinde oder solche, die uns Christen nicht mögen, manche denken vielleicht: „Wo ist er jetzt, euer Jesus? Wo bleibt er jetzt? Sagt ihm, dass er den Virus auf der Stelle wegschicken soll, dann werden wir an ihn glauben“ – das ist die Versuchung des einen Verbrechers, der damals neben Jesus gekreuzigt war. Alan Ames sieht sehr bescheiden auf die Gaben, die Gott ihm schenkt – doch Gott möchte jeden von uns auf seine Weise beschenken – die Charismatische Erneuerung ermutigt uns, uns danach auszustrecken, gerade nach den übernatürlichen Gaben des Heiligen Geistes; dabei ist es wichtig, Geduld zu haben, auf GOTT zu vertrauen, dass ER die Dinge führen wird. Die Eremitin Barbara Busowietz (1939-1998) sagte es eindringlich in diesem Satz: „Was Gott jetzt schon im Verborgenen tut, das sind großartige Dinge!“ Ja, ER, JESUS, hat die Macht seines himmlischen Vaters in der Hand (vgl. Offb, Kapitel 19). ER weiß am besten, wann und wie er eingreift.

Alan Ames empfiehlt: „Wir müssen uns nur in Liebe und Glauben nach Ihm ausstrecken und ER wird uns den Weg zeigen, der am besten zu uns passt. Das mag vielleicht nicht der Weg sein, den wir wollen, aber es ist immer der Beste für uns. Der Herr ist für uns alle da, zweifelt niemals daran“.  Diese christliche Grundhaltung – Besonnenheit, Zuversicht im Glauben und innere Freude mit dem Fest der Geburt des Welterlösers JESUS CHRISTUS und ein gesegnetes Jahr 2021 wünsche ich Ihnen/Euch allen von Herzen!

GAUDETE ist die Überschrift des 3. Advents mit der Botschaft: „Freut Euch im Herrn zu jeder Zeit!“  Unser lieber Pfr. Gustav Krämer (1935-2008) verstarb genau an diesem Gaudete-Sonntag vor 12 Jahren.  Im 1. Thessalonicherbrief ruft uns Paulus, der Völkerapostel zu: Betet ohne Unterlass! Gebetsstürme sind eine wichtige Antwort auf diese Zeit.

Machen wir es, wie es unser Bischof Dr. Rudolf Voderholzer empfiehlt: „Wir lassen nichts ausfallen – wir lassen uns etwas einfallen!“

 

Ihr und Euer Pfarrer Markus Hochheimer mit herzlichen Segenswünschen in JESUS CHRISTUS

 

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