{"id":708,"date":"2020-06-21T14:28:33","date_gmt":"2020-06-21T12:28:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.erneuerung.de\/passau\/?p=708"},"modified":"2020-06-21T14:30:02","modified_gmt":"2020-06-21T12:30:02","slug":"segnen-fuereinander-beten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erneuerung.de\/passau\/2020\/06\/21\/segnen-fuereinander-beten\/","title":{"rendered":"Segnen\/F\u00fcreinander beten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-background has-very-light-gray-color has-vivid-red-background-color\">Ein Segen sollst du sein!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img src=\"https:\/\/www.erneuerung.de\/passau\/wp-content\/uploads\/sites\/23\/2020\/02\/Rudolf.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-348\" width=\"141\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.erneuerung.de\/passau\/wp-content\/uploads\/sites\/23\/2020\/02\/Rudolf.jpg 537w, https:\/\/www.erneuerung.de\/passau\/wp-content\/uploads\/sites\/23\/2020\/02\/Rudolf-201x300.jpg 201w\" sizes=\"(max-width: 141px) 100vw, 141px\" \/><figcaption>Pater Rudolf Ehrl<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal Exerzitien f\u00fcr Ordensleute geben sollte, habe ich auf dem Weg dorthin bei einer guten Bekannten aus der Charismatischen Erneuerung zu einem kurzen Besuch Halt gemacht. Bevor ich weiter gefahren bin, habe ich sie gebeten, mich zu segnen f\u00fcr die Aufgabe, die vor mir lag. Und sie hat mir die H\u00e4nde aufgelegt, ein frei formuliertes Gebet gesprochen und mich gesegnet mit einem Kreuzzeichen auf die Stirn und dem Segenswort zum Kreuzzeichen. Und es war gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Segen h\u00f6ren und sprechen wir immer wieder: in der Heiligen Schrift, in der Kirche, manchmal auch in unserer Alltagssprache. Aber was bedeutet das eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Wort Segen ist vom lateinischen \u201esignum\u201c = Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen abgeleitet. Schon sehr fr\u00fch bekommt das Wort in christlicher Umgebung auch die Bedeutung \u201eKreuzzeichen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser christlicher Begriff Segen hei\u00dft im Lateinischen \u201ebenedictio\u201c von benedicare (von oder zu jemand gut sprechen) \u2013 wir k\u00f6nnen das auch nennen: jemand loben oder preisen. Im Kirchenlatein bedeutet das aber schon im dritten Jahrhundert: den Segen aussprechen \u00fcber \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Wort Segen (segnen) beinhaltet also ein Zeichen, manchmal auch Ber\u00fchrung, verbunden mit einem guten Wort.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Heiligen Schrift ist zun\u00e4chst Gott der Segnende. Schon ganz am Anfang Segnet er den Menschen (Gen 1,28) und seinen auserw\u00e4hlten Freund Abraham (Gen 12,2). Gottes Segen wird den Menschen immer wieder zugesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus segnet die f\u00fcnf Brote und die zwei Fische, ehe er sie an die Menschen austeilen l\u00e4sst (Mk 8,7). Beim Abendmahl spricht er \u2013 je nach \u00dcberlieferung der Evangelisten \u2013 das Dankgebet oder den Lobpreis \u00fcber Wein und Brot.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Neuen Testament ergeht immer wieder der Auftrag an die J\u00fcnger oder die Gemeindemitglieder: \u201eSegnet!\u201c (siehe Lk 6,28; R\u00f6m 12,14; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/1.Petrus3%2C9\">1Petr 3,9<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Lauf der Geschichte ist das Segnen immer mehr zur Amtshandlung geworden: die \u201egeweihten M\u00e4nner\u201c segnen \u2013 Diakon, Priester, Bischof, Papst. Es ist \u00fcblich, die versammelte Gemeinde am Ende eines Gottesdienstes zu segnen, bevor sie den Kirchenraum verl\u00e4sst und sich wieder dem Alltag in der Welt zuwendet. Gesegnet wird auch, was im Alltag zu Gott hinf\u00fchren soll. Der Segen, der \u00fcber Gegenst\u00e4nde ausgesprochen wird, gilt den Menschen, die mit Hilfe dieser Gegenst\u00e4nde zu Gott in Beziehung treten m\u00f6chten. Das f\u00e4ngt beim gro\u00dfen Kirchengeb\u00e4ude an und reicht \u00fcber alle Dinge, die f\u00fcr den Gemeindegottesdienst gebraucht werden \u2013 von den Kirchenglocken \u00fcber die Orgel und die liturgischen Ger\u00e4te und Gew\u00e4nder \u2013 hin zu den Dingen des allt\u00e4glichen Gebrauchs wie Weihwasser, Rosenkranz, Darstellungen von Heiligen etc.<\/p>\n\n\n\n<p>Daneben gab es immer den privat gesprochenen Segen in der vertrauten Umgebung der Familie, etwa wenn Eltern ihre Kinder segnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon in biblischer Zeit ist Segnen oft mit Auflegung der H\u00e4nde verbunden, insbesondere wo jemand mit einer Aufgabe betraut wird. Seit der Liturgiereform nach dem zweiten Vatikanum ist die Handauflegung bei allen Sakramenten vorgesehen, wenn sie auch aus praktischen Gr\u00fcnden nicht immer durchgef\u00fchrt wird. Bekannt ist sie uns bei Taufe, Firmung, Weihe und Krankensalbung. Beim Sakrament der Vers\u00f6hnung ist die Handauflegung zur Lossprechung vorgesehen und bei der Eheschlie\u00dfung zum Brautsegen, nachdem sich die Brautleute das Ja-Wort zugesprochen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Einzig die Eucharistie sieht eine andere Form vor: Hier streckt der Priester die H\u00e4nde bei der Herabrufung des Heiligen Geistes \u00fcber die Gaben von Brot und Wein aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Februar 1967 machte eine Studentengruppe der Duquesne Universit\u00e4t Pittsburgh bei einem intensiven religi\u00f6sen Wochenende eine besondere Erfahrung. Die Studentinnen und Studenten hatten die Apostelgeschichte studiert und sich gefragt, ob die Ereignisse, die dort am Pfingstfest (Apg 2,1-11) und danach berichtet werden, nur ein einmaliges, historisches Ereignis darstellen oder wiederholbar sind. Sie ahmten die in der Hl. Schrift beschriebenen Handlungen nach, legten einander die H\u00e4nde auf und beten f\u00fcreinander und sie erlebten ein Ausgie\u00dfen des Heiligen Geistes \u00fcber die Versammelten, ein neues Pfingsten, wie es Papst Johannes XXIII. f\u00fcr die Kirche gew\u00fcnscht hatte, als er 1959 das II. Vatikanische Konzil ausrief.<\/p>\n\n\n\n<p>So unterscheiden wir verschiedene Formen von Segen: den Segen, der dem Ritus der gem\u00e4\u00df am Ende einer gottesdienstlichen Feier oder beim Empfang der Sakramente von einem daf\u00fcr Beauftragten gespendet wird und den Segen, den Menschen f\u00fcr sich erbitten und der von einem oder mehreren Gl\u00e4ubigen ausgesprochen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>So wie Gott dem Abraham zugerufen hat: Ein Segen sollst du sein!, so sollen auch wir ein Segen sein f\u00fcr die Menschen heute. Wir d\u00fcrfen Segen erbitten f\u00fcr uns selbst und Segen spenden f\u00fcr andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Segen besteht aus einem Wort und einem Zeichen. So k\u00f6nnen wir f\u00fcr einen Menschen den Segen Gottes erbitten, indem wir ihn bei der Hand nehmen, ihm die Hand auflegen oder die Hand oder die H\u00e4nde \u00fcber ihn ausbreiten und dabei ein Segensgebet sprechen. Das Kreuzzeichen bildet in der Regel den Abschluss des Segensgebetes.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beschreibung zeigt schon, dass eine Absprache zwischen den beteiligten Personen wichtig ist: vor Beginn des Segensgebetes ist unbedingt abzukl\u00e4ren, ob eine Ber\u00fchrung oder Handauflegung vom Empf\u00e4nger gew\u00fcnscht oder zugelassen wird. Wenn jemand Bedenken \u00e4u\u00dfert, ist eine Ber\u00fchrung zu unterlassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>In der Zeit der Corona Pandemie ist zus\u00e4tzliche Vorsicht geboten und ein Segen nur unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften m\u00f6glich. Hier gibt es auch die M\u00f6glichkeit, die Bitte um Segen schriftlich weiterzugeben. Das Gebet wird zugesichert. Ich kenne dieses Angebot von der katholischen Pfarrei St. Benedict Parish in Halifax, Kanada, und von Holy Trinity Brompton in London, dem Ursprungsort der Alpha-Kurse.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich sch\u00e4tze pers\u00f6nlich Segen unter Handauflegung wegen des biblischen Hintergrundes am meisten und habe in der Praxis nicht erlebt, dass jemand die Geste abgelehnt h\u00e4tte. Trotzdem ist eine vorausgehende Kl\u00e4rung notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Segen geh\u00f6ren mindestens zwei Personen: der Empf\u00e4nger, der um den Segen bittet, und der Spender, der das Segenswort spricht. Es hat sich bew\u00e4hrt, dass Segnende in kleinen Gruppen zusammen das Segensgebet sprechen, in der Regel ein Mann und eine Frau.<\/p>\n\n\n\n<p>In jedem Segensgebet geht es darum, einen Menschen vor Gott hinzutragen und ihm das Wohlwollen Gottes zuzusprechen. Die Segnenden sprechen in Gottes Namen und wir d\u00fcrfen sicher sein: Gott h\u00f6rt das Gebet und legt seinen Segen auf den Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angeboten wird diese Form des Segensgebetes z.B. in den Segnungsgottesdiensten, die wir aus unserem Bistum kennen. Angeboten wird dieses Segensgebet auch in den Gottesdiensten und Veranstaltung der Charismatischen Erneuerung. Au\u00dferdem sind die Teammitglieder der Erneuerung im Bistum Passau gerne bereit, ein Segensgebet zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-very-light-gray-color has-vivid-red-background-color\">Ich lade dazu ein, mutig und vertrauensvoll vor Gott hinzutreten und seinen Segen zu erbitten und sich diesen Segen durch gl\u00e4ubige Mitmenschen zusprechen zu lassen. Es lohnt sich. Wenn wir in Offenheit erbitten, worum wir beten sollen, wird der Herr unser Bitten lenken. Mit unserer Bitte um den Segen laden wir Gott ein, in unser Leben hereinzukommen. Tun wir das voll Vertrauen. Er macht alles gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Segen sollst du sein! 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