Diözesantag im Erzbistum München und Freising mit Ulf und Birgitta Ekman

Diözesantag im Erzbistum München und Freising mit Ulf und Birgitta Ekman

Am 16.11.19 hatten wir in unserem Erzbistum wieder einen Diözesantag. Vor fünf Jahren ging ein Aufschrei durch die charismatische, freikirchliche Welt: Der schwedische Pastor Ulf Ekman und seine Frau sind in die Katholische Kirche eingetreten! Gründer der bis dahin größten Megachurch in Uppsala, Schweden, mit ca. 3.500 Gottesdienstbesuchern , der Wort Gottes Gemeinde. Vor dort aus wurden nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Ländern wie Russland und Kasachstan mehrere hundert Gemeinden gegründet, mit mehr als 150.000 Mitgliedern. In ihrem Buch, in acht Sprachen übersetzt, leider noch nicht in deutsch erhältlich, beschreiben sie den Prozess, der sie dazu bewogen hat, nicht zuletzt durch Begegnungen u.a. mit Raniero Cantalamessa, den Schritt zum Eintritt in die Katholische Kirche zu tun. „Der Pastor, der Pastoren“, wie Ulf bis dahin genannt wurde, hat seine Megachurch gemeinsam mit seiner Frau verlassen, um die Schätze der „Original-Kirche“, wie sie sagen, weiterhin zu entdecken.
An diesem Diözesantag gaben beide ihr authentisches, lebhaftes Zeugnis, wie sie von einer anti-katholischen Haltung und Meinung, zu einer tiefen Überzeugung kamen, dass dieser Schritt ein Schritt in die Wahrheit ist und keine Option mehr darstellt. Ulf Ekman selbst hat vor hunderttausenden Menschen gepredigt, er wurde auch als „Billy Graham des Nordens“ bezeichnet. Birgitta Ekman hat durch die Lektüre ihrer Namenspatronin, der Heiligen Birigtta von Schweden, deren Ehemann übrigens ebenfalls Ulf hieß, eine große Neugierde und langsam wachsendes Wohlwollen gegenüber der Katholischen Kirche entdeckt. Die Visionen der großen Heiligen aus Schweden konnte sie als Charismatikerin gut annehmen, auch wenn die Marien-Visionen für sie zunächst eher befremdlich waren.
Birgitta hat uns dann über die Mutter Jesu im Heilsplan Gottes, vor allem was die Unbeflecktheit betrifft, eine großartige Lehre gegeben. Gott hat durch die Empfängnis Mariens deren Erlösung in Jesus Christus schon vorweggenommen. Gott hätte sich kein unreines, von der Sünde beflecktes „Gefäß“ auserwählen können!
Ulf hat uns am Nachmittag dann über das Wirken des Heiligen Geistes in der Katholischen Kirche, insbesondere in der Liturgie und den Sakramenten gelehrt. Eine großartige Erkenntnis für ihn war auch, dass durch Gründung von immer neuen Gemeinden auch die Spaltung im Leib des Herrn immer größer wird. Der Leib Christi ist nicht nur Kopf (Jesus selbst), sondern auch der Rest des Körpers braucht Ordnung. Jede Spaltung und jeder Anspruch von Gemeinden, die einzig richtige zu sein, deformiert den Leib Christi mehr und mehr.
Beide Vorträge wurden getragen vom persönlichen Offenbarwerden der tieferen Wahrheiten, so wie sie es nennen. Wenn diese alten Lehren von solchen Personen ent-deckt werden, dann hat dies noch einmal einen wunderbaren neuen und kraftvollen Charakter.
Abschließender Höhepunkt war dann die Heilige Messe mit Pater Johannes Rothärmel, CP. Die Einsetzungsworte hatten durch die vorangegangen Lehren eine noch tiefere Dimension.
Das Ehepaar Ekman legt viel Wert darauf, dass durch ihr Zeugnis keine weitere Spaltung entsteht. Sie nehmen es demütig als Geschenk an. Ich persönlich hatte die freudige Gelegenheit, ihnen die wichtigen Orte des Wirkens unseres Papstes Benedikt XVI. zu zeigen, wie Freising, Altötting (dort waren wir zur Abschlussmesse des Adoratio Kongresses) und Marktl am Inn, dem Geburtsort.
Die Vorträge wurden von Radio Horeb und Radio Maria Schweiz aufgezeichnet und sind im Rahmen des Kurs 0 Anfang Februar gesendet worden, als Podcast abrufbar.
Das Buch ist in englisch unter dem Titel: „ The great discovery- Our Journey to the Catholic Church”, Ignatius Press, erhältlich. Einen Verlag mit Übersetzung in die deutsche Sprache zu finden, ist mein persönliches Gebetsanliegen!
Michael Wagner Diözesansprecher der Erzdiözese München und Freising