Von Gott berührt

Ein Zeugnis von Katja, vorgetragen beim Glaubenskurs vom 4.-6-März 2016 in Bad Salzschlirf

Eine gesundheitliche Durststrecke, die mich über Monate durch die Wüste der Hilflosigkeit führte, mündete in der Glaubensoase der Charismatischen Erneuerung.

Eigentlich freute ich mich sehr auf den Glaubenskurs der Fastenzeit „Herr, schenke uns ein neues Pfingsten“ im Bonifatiushaus Bad Salzschlirf, doch mein körperliches Handicap und die damit verbundenen Einschränkungen machten mich unsicher, ob ich meinen Mitmenschen damit nicht zur Last fallen könnte.
Das Gebet der CE, dass der Geist Gottes in uns, unserem Bistum, und der ganzen Kirche ein neues Pfingsten bewirken möge, war seit Monaten mein treuer Begleiter und bestärkte mich schließlich, meinen größten Herzenswunscheinzupacken und den Weg trotz aller Widerstände zu wagen.

Die erste Hürde ebnete sich bereits mit der Suche nach einem Chauffeur, da sich eine nette Mitfahrgelegenheit in Engelhelms ergab. Bereits auf der Fahrt stimmten uns Lobpreislieder und ein anregendes Gespräch auf die kommenden Tage ein. Beim Anblick der vielen fröhlichen „alten“ oder auch „neuen“ Glaubensgeschwister und die herzliche Begrüßung der Ordensschwestern fühlte ich mich gleich wie daheim.
Als mich nach wenigen Tönen der Gesang der Lobpreisband Neuhof vom Stuhl riss, so viele um mich begeistert klatschten und sangen und der Referent Pfarrer Josef Fleddermann zur Begrüßung selbstbewusst und fröhlich mit seiner linken, nahezu fingerlosen Hand in die Menge winkte, da war es um mich geschehen.
Die Sorge meiner Andersartigkeit (ich habe ein Handicap am rechten Arm) war wie weggefegt, weil ich mich inmitten einer Gemeinschaft von Menschen wieder fand, die nur auf das Herz und nicht auf Äußerlichkeiten schauen.
Ob jung, ob alt, ob Rollator, Krücken, Rollstuhl, Pumps oder Armschienen, alle waren mit dem Herzen dabei und priesen Gott aus tiefster Kehle.
Mit Menschen über den Glauben sprechen, essen, beten, singen, meditieren und sogar tanzen zu können und in dieser Gemeinschaft ein frohes, ungezwungenes und so offenes Miteinander zu erleben, das hat meine Erwartungen weit übertroffen.

Besonders die Abende hatten eine geistliche Tiefe, die mich sehr berührte.
Zur Tauferneuerung in warmherzige Augen schauen zu dürfen und Gottes Zuspruch zu hören „ Katja, Du bist mein geliebtes Kind“ war eine sehr innige Gotteserfahrung. Auch die Firmerneuerung wird einer der kostbarsten Augenblicke im Buch meines Lebens bleiben. Wie wohltuend, von Händen umfangen zu werden, die das gleiche Schicksal tragen und durch die liebevolle Salbung mit Chrisam ermutigend daran erinnern, dass Gott jeden Einzelnen, auch uns „Krüppelchen“ mit einem Auftrag in die Welt sendet.
In dem Sakrament der Beichte kam uns der himmlische Vater mit offenen Armen entgegen, um uns all unsere Schuld zu verzeihen und in der Eucharistie gab sich Jesus, unser Bruder, als Opferlamm dar.

Die Erkenntnis, dass mich der Geist Gottes in diesen Tagen wahrhaftig durchdrungen hat, wurde mir bewusst, als mir nach meiner Rückkehr eine Vielzahl von Menschen immer wieder die Frage stellten, woher ich die Kraft und die Freude nehme, die ich ausstrahlen würde.
Da kam mir die Frau am Jakobsbrunnen in den Sinn und ich denke, dass Jesus auch mir einen Schluck vom Wasser aus der Quelle des Lebens gegeben haben muss.
Als ich von meinen Erfahrungen sprach, waren die Menschen nicht immer offen für das „Wunder“, das mir geschenkt wurde. Es handelte sich nicht immer um angenehme Begegnungen. Doch da war plötzlich ein Richter des Sozialgerichts Fulda, der mir nach 4 Jahren die Möglichkeit eröffnete, meine Plädoyer zu halten und sichtlich gerührt war, als ich gelassen, aber mit fester Stimme meine körperliche Problematik schilderte und am Ende Gott für seinen Beistand in dem langwierigen, nervenaufreibenden Klageverfahren zur Kostenerstattung meiner Therapie dankte.
Meine Anwältin, als auch mein Vater wussten, dass ich in diesem Moment über mich hinausgewachsen bin und ich fühlte mich wie der Sumoringer, von dem Josef Fleddermann sprach, als er sagte, mit dem Geist Gottes eingeölt, sind wir vor äußeren Einflüssen geschützt und in der Welt unangreifbar.

Am Ende dieser segensreichen Zeit hätte ich am liebsten mit meinen Weggefährten in Bad Salzschlirf Hütten gebaut, um in dieser wohltuenden Glaubensgemeinschaft sesshaft zu werden.
Die Erfahrungen dieser Tage geben mir so viel Kraft, dass ich mich in dieser Welt für die Menschen einsetzen möchte, die nicht in der Lage sind für ihr Recht zu kämpfen.

Mein Herzenswunsch, den ich bei mir trage, wurde bisher nicht erfüllt. Doch habe ich mit Eurer Hilfe einen anderen Blickwinkel eingenommen. Und wenn ich wieder durch eine Wüstenzeit muss, bitte ich Euch mich daran zu erinnern, dass ich immer wieder den Weg zur Quelle des Lebens suchen muss, um im Glauben wachsen und mich entfalten zu können.

Ein herzliches Vergelt's Gott dem ganzen Team der Charismatischen Erneuerung und den Ordensschwestern und Helfern des Bonifatiushauses für diese unvergesslichen Tage.

Katja

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies dieser Webseite