IN PARADISUM

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Gedenken an Sr. Wendelgard (†)

Am Barbaratag 2018 - am 4. Dezember - wurde Sr. Wendelgard vom Kloster Sießen aus unserer Welt verabschiedet und auf dem dortigen Klosterfriedhof beigesetzt. Ein früheres Krebsleiden war wieder aufgelebt und hatte ihr Leben beendet. Als Ordensfrau hatte ihr 83-jähriger Lebensweg einige markante Stationen: Lange Jahre war sie Zahnärztin in Sießen - danach Gefängnisseelsorgerin in Stuttgart-Stammheim - dann ein Seelsorgeeinsatz in Metzingen. Weitere kürzere Stationen waren Assisi, Dresden, und die letzten Lebensjahre wieder in Sießen.

Sr. Wendelgard gehörte auch zur „Gründergeneration“ der Charismatischen Erneuerung in unserer Diözese. Bereits 1975 war sie mit einigen anderen Schwestern bei einem ersten Seminar mit P. Hubertus Tommek SJ in Untermarchtal und trug diese neuentdeckten charismatischen Impulse in ihren Sießener Konvent hinein. So entstand eine erste Gebetsgruppe mit Schwestern und bald danach auch eine weitere mit Teilnehmern aus der Umgebung. In all diesem Aufbruchsgeschehen war Sr. Wendelgard der Motor und die tragende Säule. In den Folgejahren wurde diese neue Lebendigkeit im Kloster durch Exerzitien mit weiteren charismatisch geprägten Priestern vertieft: mit P. Cyrill Mehler SJ, P. Benedikt Hilgefort OP, Superior Johannes Gresser und Superior Peter Schmid. Die Gottesdienste in dieser Zeit entwickelten sich mehr und mehr zu „Sternstunden“ der Gottesnähe und Gotteserfahrung.

BandSr. Wendelgard war auch fast 18 Jahre Mitglied im Diözesanteam unserer Diözese, von 1991 bis 2009. Bei unzähligen Seminaren und Leiterschulungen war sie dabei und prägte das Gesicht und die freudige Atmosphäre bei den Tagungen mit. Ihre mütterliche Art als Seelsorgerin, ihre feine Gabe der Unterscheidung und ihre Art zu beten war für viele Menschen einfach anziehend und wohltuend. Ihre wunderbare Stimme setzte dem Lobpreis noch ein besonderes Glanzlicht auf.

Sr. Wendelgard empfing nach dem Requiem großen Dank und warme Worte auch vom Gebetskreis in Sießen, dem sie angehörte, solange sie jeweils in Sießen wohnte. Manfred Braun sagte u.a.: „Dein besonderes Charisma war, uns stets in großer Liebe und herzlicher Freude zu empfangen. Dank deiner Gaben konntest du die Sehnsucht in Menschen nach Gottes Heil anrühren und auch vermitteln. Auf wunderbare Weise wurde durch dich die Liebe Jesu transparent. Sie war aufbauend, heilsam, Freude stiftend wie der Segen einer liebenden Mutter. Aus der Enge konntest du Bedrängte herausführen und so Raum schaffen für erfüllendes Neues. Dein Herz, immer offen für Gott, war offen auch für viele Menschen aus der ganzen Diözese, die dir begegnet sind, und für die Nöte der weiten Welt“.

Zum Paradies mögen Engel dich geleiten, die heiligen Märtyrer dich begrüßen und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem (aus der Begräbnisliturgie).

 

Pfr. Rudolf Kling

 

 

 

 

 

 
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