Pfingsten feiern im Jubiläumsjahr der CE

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Aktivitäten der Gebetsgruppe Ellwangen

Unsere Gebetsgruppe hatte sich als Vorbereitung auf das Pfingstfest zwei Veranstaltungen vorgenommen: Ein Vortragsabend zum Thema: „Der Geist, der lebendig macht“ am 22. Mai und ein pfingstlicher Gottesdienst „Veni Creator Spiritus“ während der Pfingstnovene. Es war uns ein großes Bedürfnis, diese beiden Termine neben allen organisatorischen Vorbereitungen geistlich durch einen weiteren Gebetstag vorzubereiten. So erlebten wir einen intensiven Tag der Anbetung, des Lobpreises und der Fürbitte als Vorbereitung auf die nächsten beiden Termine.

Voller Erwartung gingen wir dann dem Vortragsabend entgegen. Würden sich denn überhaupt Leute angesprochen fühlen? Wir waren sehr gespannt und gaben alles in Gottes Hand. Und tatsächlich kamen in etwa so viel Leute wie wir Stühle gestellt hatten: ca. 50. Das übertraf unsere Erwartungen und freute uns sehr. Referent war Pfarrer Rudolf Kling, der über die Charismatische Erneuerung sprach, wie sie zum katholischen Glauben passt, wie sie entstand und sich ausgewirkt hat. Sehr spannend war, als er aufzeigte, wie in der frühen Kirche die Einführung in den Glauben erfolgte, wie die Wahrnehmung des Heiligen Geistes ganz bewusst dazugehörte. Dies zeigte er an Äußerungen von frühen Kirchenvätern, z.B. bei den syrischen Vätern: „Es sind zwei Taufen: die eine, die man als Kind empfängt, und die zweite in späteren Jahren. In der zweiten nimmt man vollkommen Besitz von der „Kraft der heiligen Taufe“, das bedeutet Empfang von Prophetie, Heilungsgabe und Wunder. Es handelt sich dabei um eine neue Wahrnehmung des göttlichen Lebens, das bei der ersten Taufe gegeben, aber von uns nicht gefüllt wurde“ (Syrische Väter). Ein anderer schreibt: Die pfingstlichen Auswirkungen der Taufe manifestieren sich nicht notwendigerweise bei der Taufe selbst, sondern können sich auf später verschieben. Das Potential wird allerdings bei der Taufe grundgelegt als „Angeld des Geistes“, aber es braucht einen Akt des Willens, es anzunehmen. Oder bei Johannes Chrysostomus (347 – 407): „Wenn einer getauft wurde, redete er sofort in Sprachen. Viele redeten auch prophetisch, viele konnten aber auch andere Machtzeichen aufweisen.“

BandPfarrer Kling machte deutlich, dass dieser Weg, dieses „Leben im Heiligen Geist“ nicht ein Weg neben anderen in der Kirche ist, sondern es gleichsam die Spiritualität der Kirche ist. Sie muss immer wieder gesucht, ja sie muss immer wieder neu erweckt oder neu entfacht werden. Wer als Säugling getauft wurde, braucht deshalb eine neue, volle „Freisetzung“ des Heiligen Geistes. Dieser Vorgang meint das, was wir unter der „Geisttaufe“ verstehen und sollte eigentlich in der Firmung heute geschehen.

Nach diesen Ausführungen zur „Taufe im Heiligen Geist“ folgte ein nächster Schritt, in dem die Auswirkungen des Gebets um den Heiligen Geist im vorigen Jahrhundert aufgezeigt wurden. Besonders beeindruckend war es zu sehen, dass sich der Heilige Geist nicht festlegen lässt und nach der Anrufung des Heiligen Geistes durch Papst Leo XIII. (Pfingstsequenz) an der Schwelle zum 20. Jahrhundert in der katholischen Kirche zunächst nichts spürbar veränderte, dass aber außerhalb der katholischen Kirche sehr wohl Menschen verändert wurden und die Geisttaufe empfingen. In der katholischen Kirche dauerte es dann noch etwas, bis es dann im Jahr 1967 zu den Ereignissen an den Studenten in Duquesne kam, als zwei von ihnen an diesem besagten Wochenende sich fest entschieden hatten, ihre Firmung zu erneuern und dann mit den pfingstlichen Gaben des Geistes beschenkt wurden.

Da mag in manch einer/m der Anwesenden an diesem Abend die Sehnsucht nach einer persönlichen Erneuerung im Heiligen Geist geweckt worden sein. Die Anwesenden waren sichtlich beeindruckt von dieser Lehre, hatten sie doch solche Gedanken noch nie gehört.
Im Anschluss an den Vortrag war dann Zeit zu persönlicher Begegnung bei einem kleinen Stehimbiss. So blieben viele der Anwesenden noch da und nutzten die Zeit zum persönlichen Austausch und Begegnung. Wir alle von der Gebetsgruppe waren beflügelt von diesem gelungenen Abend.

KircheErneuerung der Firmung
Zehn Tage später fand dann innerhalb der Pfingstnovene unser Gottesdienst „Veni Creator Spiritus“ statt. Die Teilnehmer sollten die Möglichkeit haben, sich selber neu vom Geist Gottes berühren und erfüllen zu lassen. „Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigen Wasser fließen“ (Joh. 7,37-38). Dieses Wort Jesu stand im Mittelpunkt der Verkündigung und sollte Sehnsucht nach der göttlichen Gabe wecken. Als konkreter Schritt dazu wurde die Erneuerung der Firmung angeboten. Alle Anwesenden an diesem Gottesdienst nutzten nach der Lehre über den Heiligen Geist und den Sinn der Firmung das Angebot zu einer Erneuerung und Bekräftigung ihrer Firmung. Drei Priester standen für diesen Dienst bereit. Diese legten jeder/m bewusst die Hände auf und beteten um den Heiligen Geist für jede Person, mit den - leicht abgewandelten - Worten des Firmspenders: „N.N. denke daran: du bist versiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“. Das war ein intensives Geschehen, das durch entsprechende Lieder vertieft wurde.

ImpressionWährend einer anschließenden Zeit der eucharistischen Anbetung bestand die Möglichkeit zur Beichte und/oder zur Einzelsegnung bei verschiedenen Gebetsteams. Für uns war es erfreulich, dass diese Einladung angenommen wurde und die Gebetsteams und Priester die ganze Zeit beschäftigt waren.

Es war ein erfrischender Abend für alle Anwesenden, besonders auch wieder für uns selbst. Ich selbst bekam Rückmeldungen von zwei Kolleginnen, die die ganze Zeit über da waren und alle Möglichkeiten für sich ausgeschöpft hatten. Der Abend habe ihnen soooo gut getan. Mir genügt so eine Rückmeldung. Sie motiviert zum Dank an den Herrn und zum Weitergehen auf das „Leben im Geist Seminar“, das wir im Herbst zum Abschluss des Jubiläumsjahres in Ellwangen durchführen wollen.

 

Sr. Anna Maria Walser OSF

 

 

 

 

 

 
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