Farbenfrohes Grabmal symbolisiert christliche Hoffnung - Voller Sinnzeichen – Ungewöhnliches Priestergrab in Kollnburg

Grab 02 kleinEs mutet schon eigenartig an, wenn dir jemand „sein Grabmal“ zeigt und erklärt. Für Dekan Josef Renner, den Sprecher der Charismatischen Erneuerung in der Katholischen Kirche der Diözese Regensburg, ist das ganz normal. Er hat „seine letzte Ruhestätte“ selbst in die Hand genommen. Dabei hat er sich Gedanken gemacht, sich von der Ökumene leiten lassen und die Lehre der Kirche ernst genommen. Heraus gekommen ist ein ungewöhnlich farbenfrohes Priestergrab auf dem Kollnburger Friedhof (Landkreis Regen), das voller Symbolik steckt und viele Diskussionen ausgelöst hat. Zum Fest Allerheiligen möchten wir das Symbol christlicher Hoffnung vorstellen.

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„Mir war auf unserem Friedhof einfach immer zu wenig Auferstehung zu spüren“ erzählt Dekan Josef Renner und weist auf die dunklen Grabsteine rundherum hin. Das neue Priestergrab ordnet sich nicht in die Monotonie herkömmlicher Grabsteine ein, sondern besticht durch helle und freundliche Farben aus durchscheinendem Glas, umrahmt von einer tragenden Konstruktion aus Edelstahl.

Die Breite des Grabmals war durch die schon vorhandene Grabeinfassung vorgegeben. Zwei ehemalige Priester der Gemeinde haben hier in den Fünfziger-Jahren ihre letzte Ruhestätte gefunden. Und auch Dekan Renner, seit vielen Jahren Pfarrer in Kollnburg, möchte hier einmal beerdigt werden. Auf dem Granitsockel, der die Stahl- und Glaskonstruktion trägt, wurde in ganz einfacher Schrift bereits sein Name und das Geburtsdatum eingemeißelt. Als das Grabmal nun renovierungsbedürftig war, setzte Dekan Josef Renner seine Vorstellungen von einem christlichen Grabdenkmal um. „Der Bogen aus Edelstahl und der bunte Regenbogen erinnern an den Bund mit Gott, mit dem wir durch die Taufe verbunden sind“, so Dekan Renner. Gleichzeitig kann der Regenbogen aber auch als das Tor zur Ewigkeit gedeutet werden. Im Mittelpunkt steht das irische Kreuz in seiner Farbenpracht mit dem schlichten Worten: „Diener Christi“, das einen Hinweis auf das Priestergrab darstellt. Das irische Kreuz, das im Sonnenlicht in allen Farben leuchtet, erinnert an ein Gemälde der Auferstehung Christi im Isenheimer Altar von Matthias Grünewald.

„Das Kollnburger Priestergrab soll den Betrachter dazu provozieren, über den Tod hinauszuschauen und Christus als das Licht der Welt zu erkennen, das die Dunkelheit des Todes überwindet“ resümiert Dekan Josef Renner.

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Zwei bunte Glasplatten mit Versen aus dem Römerbrief und dem Johannesevangelium vervollständigen das Grabmal. Und hier kommt die ökumenische Weite des katholischen Priesters, der lange Jahre als Missionar in Afrika gewirkt hat, zum Ausdruck: „Alle, die sich vom Geist Gottes führen lassen, sind Kinder Gottes“ wird der achte Römerbrief mit Vers 14 auf einer orange-leuchtenden Tafel zitiert. „Wir sind allein durch die Gnade Gottes gerettet, das erfordert aber, dass wir Gläubigen uns von Christus führen lassen“ verfestigt Dekan Renner das Bibelwort mit seiner theologischen Sichtweise. Auf der zweiten Tafel in strahlendem blau wird auf das Johannes-Evangelium hingewiesen, in dem Christus mit einer Quelle verglichen wird, die uns das Wasser des ewigen Lebens spendet. Die Bepflanzung auf dem Grab ist dafür sehr schlicht und einfach: immergrüne Pflanzen. Natürlich ist dem Sprecher der Charismatischen Erneuerung klar, dass das farbenfrohe Priestergrab auf dem Kollnburger Friedhof zu Diskussionen Anlass gibt. Aber gerade das findet er gut: Die Leute dürfen ruhig über die Symbole, über die Glaubenshintergründe sprechen. Schließlich setzen die Menschen seit tausenden von Jahren Zeichen auf die Ruhestätten ihrer Angehörigen. Auch in unserer Zeit ist es für viele Menschen wichtig, die Liebe und Wertschätzung den Verstorbenen gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Die Gestaltung eines Grabmals wird dabei oft durch den Menschen bestimmt, an den es erinnert. Das Thema Tod, das wir ansonsten oft wegstecken, verdrängen oder bei Seite schieben, ist gerade an diesen Tagen wie Allerheiligen/Allerseelen unwillkürlich präsent. Im Denken an Verstorbene und auch in der Konfrontation damit, selbst sterblich zu sein. Die christliche Botschaft angesichts des Todes ist natürlich geprägt vom Glauben an den auferstandenen Gottessohn. Und von der Hoffnung auf die Einlösung der Zusage, dass für uns alle der Tod nicht das letzte Wort hat. Die wiederkehrenden Trauertage im November erinnern uns an den Tod geliebter Menschen – an friedlich eingeschlafene und jäh aus dem Leben gerissene. Sie erinnern uns daran, dass der Tod zum Leben gehört. Sie sprechen davon, dass christliche Hoffnung über den Tod hinaus reicht, dass einer ihm das letzte Wort abgerungen hat und dieses letzte Wort für uns Christinnen und Christen seitdem „Hoffnung auf ein Leben in Fülle“ heißt. Und genau diese Hoffnung, dieses „Leben in Fülle bei Gott“ drückt das ungewöhnlich farbenfrohe Priestergrab auf dem Kollnburger Friedhof aus.

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