Diözesantag mit Leo Tanner

VERSOEHNT und GEKROENT war das Thema des diesjährigen Diözesantages der charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche für die Diözesen Passau und Regensburg mit Leo Tanner am Samstag 24. Oktober 2015 in Metten.

160 Teilnehmer und die Diözesanteams mit den geistlichen Begleitern Pfarrer Gerhard Stern für die Diözese Passau und Pfarrer Marius Frantescu für die Diözese Regensburg haben den Einkehrtag gefeiert.

Ausgehend von der Erzählung eines Königskindes welches entführt wurde und unter Bettlern aufgewachsen ist aber vielen Jahren gefunden wurde und zum Königshof zurückkehrte, zeigte Leo Tanner Schritt für Schritt auf wie wir die Bettlermentalität ablegen und neu erfahren dürfen das wir Kinder Gottes sind.

«Die Zeit ist erfüllt. Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.» Markus 1,15

Gott will seine Liebe und Kraft offenbaren. «Kehrt um» heisst: Lasst diesen Gott, diese Liebe, Mitte und Zentrum eures Lebens werden.

Wie komme ich aus den Verletzungen und Prägungen, die in mir ‚Fleisch und Blut‘ geworden sind, heraus?

Es ist einer gekommen, der die Stricke zerschneidet, die uns binden: Jesus!»

«Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.» Johannes 3,16

Jesus ist der göttliche Arzt, der vom Kreuz her unser Leben und all unsere Beziehungen heilen will. Wie? Wir leben irgendwie mit Jesus, aber noch tragen wir die Last der Vergangenheit, die Last der Schuld, die Last der Vorwürfe selber.

«Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.» Epheser 4,32

Das Kreuz ist der Ort der Befreiung unserer persönlichen Schuld.

Auch das, was andere Menschen uns angetan haben, wo sie an uns schuldig geworden sind, bringen wir zum Kreuz und lassen es dort «sterben». Wie wir auf das was uns schwer fällt was uns verletzt reagieren: das ist unsere Entscheidung und unsere Verantwortung!

«Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern». Unversöhntheit und Groll können zu seelischen und körperlichen Krankheiten und Störungen führen. Unversöhntheit ist wie eine offene Wunde. Sie muss gereinigt werden !

Durch unsere Unversöhntheit binden wir uns an andere Menschen und werden dadurch selbst unfrei. Wer nicht vergibt, bleibt Gefangener seines Schmerzes und Grolls. Unversöhntheit ist das grösste Hindernis für das Reich Gottes.

Ob wir Unversöhnt sind können wir in unseren Selbstgesprächen betrachten.  

Bitteres und Unversöhntes zeigen sich auch dort, wo wir einen Reiz verspüren, Negatives über andere zu hören.

Wenn wir uns selbst, Gott oder anderen Menschen nicht mehr in die Augen schauen können, spüren wir, dass etwas Störendes da ist.

Manche Ängste, die Menschen tief in sich tragen, können ihren Grund in unbereinigter Schuld haben. Was können wir tun ?Aufhören anzuklagen und zu beschuldigen und stattdessen die Verantwortung für unsere Reaktionen zu übernehmen. Wir können uns innerlich auflehnen gegen Gott, weil vieles nicht so ist, wie wir es gerne hätten. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Vergebung ist die Empathie. Keine vorschnelle Vergebung: Es gibt Verletzungen durch uns selber oder andere, denen man mit einer schnellen Bitte um Vergebung nicht gerecht wird.

Unterschied zwischen Vergebung und Versöhnung: Vergebung ist ein innerseelischer Prozess, der heilend und befreiend für den ist, der vergibt. Versöhnung setzt voraus, dass der Täter seine Tat einsieht und sie bereut.

«Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht! Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!» Römer 12,17–18. Erscheint es fuer uns unmöglich duerfen wir auf die Liebe Gottes vertrauen. Solches Um- und Neudenken wandelt. Wen wir selber meinen wir können das nicht vertrauen wir auf die Kraft des Heiligen Geistes. Ein anderes Wort für den Heiligen Geist ist, Gott kann ! Nimm diese Botschaft an und halte dich von ganzem Herzen daran fest. Vertrau und glaube, dass diese Botschaft auch für dich gilt! «Dein Glaube hat dir geholfen!»

Leo Tanner ist seit 1980 Priester in der Diözese St. Gallen. Seit 1987 entwickelt und leitet er Glaubenskurse, woraus die «Bibelgruppen Immanuel» entstanden sind. Seit 1997 ist er zu 30% Pfarrer in Jonschwil und zu 70% freigestellt für neuen Formen und Wege der Glaubensweitergabe.

Jeder Mensch möchte glücklich werden, geliebt und geschätzt werden! Doch diese Sehnsucht geht nicht immer ohne weiteres in Erfüllung. Wir erfahren vielfältige Verletzungen und Enttäuschungen. Und dennoch will uns Gott ein frohes und gutes Leben schenken. Pfarrer Tanner hat 3 Impulsvortraege gehalten. Während der Anbetungszeit haben 5 Priester der charismatische Erneuerung und Leo Tanner Beichte gehört. Der sehr bewegende Diözesantag endete mit einem Gottesdienst und dem Fürbittgebet um eine neue Liebe zu Gott im Heiligen Geist.

(Erika Kraus 1. Sprecherin der CE Passau)

 

 

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