Dem Heiligen Geist auf der Spur

DSC 0066 neuTiefe Einblicke in den Heilsplan Gottes vermittelte unser Maranatha-Wochenende auf Schloss Craheim. „Amen, Komm, Herr Jesus!" Dieser Ruf aus der Offenbarung stand über dem Seminar, das wir, die CE Bamberg, zusammen mit der Initiative Toward Jerusalem Council II veranstalteten. Gut 40 Teilnehmer überwiegend aus dem süddeutschen Raum waren unserer Einladung gefolgt – nicht wenige vor allem wegen des Hauptreferenten, Msgr. Dr. Peter Hocken.


Die Themen Einheit, Reich Gottes und Wiederkunft Jesu liegen dem gebürtigen Engländer, der in der Nähe von Wien zuhause ist, besonders am Herzen. Seit 15 Jahren ruft er überwiegend junge Leute aus verschiedenen Nationen, Konfessionen und Denominationen zu Freizeiten und Seminaren zusammen. Der inzwischen 83-Jährige ist nach wie vor in der ganzen Welt unterwegs im Dienste des Reiches Gottes, mit Kontakten auf höchster kirchlicher Ebene. Wir waren beeindruckt von seinem umfangreichen theologischen Wissen, seinem tiefen Verständnis von den Zusammenhängen im Reich Gottes, die er uns aus der Bibel heraus erschloss, sowie nicht zuletzt von seiner väterlichen Art und seinem feinen Sinn für Humor.
Der Heilige Geist schafft Neues und er bewirkt Vielfalt. Diese beiden Aspekte, die den Rahmen für die Lehreinheiten des Maranatha-Wochenendes bildeten, erkennt Peter Hocken auch als zentrale Leitmotive in den Worten und Taten von Papst Franziskus. Der Heilige Geist bewirke Reinigung, sagte Peter, diese wiederum sei eine Voraussetzung für die Einheit im Leib Christi.
Das Wirken des Heiligen Geistes, durch das die Gläubigen gleichsam an den Segensstrom Gottes angeschlossen seien, sei nie etwas Statisches. Altes und Neues habe dabei seinen Platz. Allerdings legt Peter Hocken auch Wert darauf, dass die Bedeutung des Heiligen Geistes nicht losgelöst von der Dreieinigkeit betrachtet werden dürfe: „Mehr vom Heiligen Geist heißt, tiefer in Jesus und tiefer im Wort zu sein." Und dann ist es gar nicht kompliziert oder anstrengend, dieses Mehr vom Heiligen Geist zu bekommen. Glauben und empfangen – im Englischen „believe and recieve" – das ist alles, was nötig ist.
Jesus hatte eine vom Heiligen Geist gewirkte Sehnsucht, dass sich der Plan Gottes erfüllt, eine Sehnsucht nach seiner Braut. Letztere komme in dem Wort „Mich dürstet" zum Ausdruck, das Jesus am Kreuz sprach, erläuterte unser Referent. Blut und Wasser, die durch den Lanzenstich aus seiner Seite herausgequollen waren, symbolisierten die Kirche, die aus Jesus hervorgegangen sei.
Peter Hocken ging auch auf die Lehre von Paulus ein, wonach der Heilige Geist das Angeld unserer Erlösung ist und wir durch ihn versiegelt, das heißt als Eigentum Gottes gekennzeichnet sind. Ein weiterer Aspekt des Heiligen Geistes, den Paulus beschreibt: das Seufzen als Form der Fürbitte. Peter ermutigte uns, offen zu sein, wenn der Heilige Geist dieses Seufzen durch uns ausdrücken wolle.
Vielfalt sei Ausdruck der Kreativität Gottes, betonte Peter zum zweiten Schwerpunkt, ausgehend vom Schöpfungsbericht im Buch Genesis. Die Ablehnung gegen die, die anders sind, bezeichnete er als eine Folge der Sündhaftigkeit des Menschen. Dabei sprach er ganz aktuell auch die vielfach ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen in Europa an. Zudem verwies unser Referent darauf, dass Papst Franziskus auf Christen unterschiedlichster Kirchen zugeht, beispielsweise auf die viel beachteten Kontakte des Heiligen Vaters zu Kirchen der Pfingstbewegung. Diese seien auch Ausdruck der Wertschätzung des Papstes gegenüber der schöpferischen Vielfalt des Heiligen Geistes.
Als weiteren Schwerpunkt beleuchtete Peter die Rolle Israels im Heilsplan Gottes. Die Verwerfung Jesu durch die damalige jüdische Obrigkeit sei kein Fehler, sondern Teil dieses Heilsplans gewesen. Dadurch hätten auch die anderen Völker Anteil am Erlösungswerk Christi bekommen. Das machte er anhand der einschlägigen Aussagen von Paulus im Römerbrief deutlich. Und er warnte wie der Apostel, der das Bild vom Ölbaum und den Zweigen benutzt, vor Überheblichkeit gegenüber dem jüdischen Volk.
Zumal der Zeitpunkt kommen werde, an dem auch das Volk Israel Jesus als Messias anerkennen werde. Dies beginnt bereits Realität zu werden durch die messianische Bewegung in vielen Ländern der Erde. Die Zahl der Juden, die an Jesus als ihren Messias und Sohn Gottes glauben, nimmt zu, mit am stärksten hier in Deutschland. Die internationale Initiative „Toward Jerusalem Council II" (TJCII) – zu Deutsch: „Auf dem Weg zu einem zweiten Konzil in Jerusalem" – hat es sich zur Aufgabe gemacht, einerseits den christlichen Kirchen die messianische Bewegung näher zu bringen, andererseits Kontakte zu den messianischen Gemeinden zu knüpfen und wo nötig zu vermitteln. So wie das 1. Konzil in Jerusalem die Trennung zwischen Juden, die an Jesus glaubten, und den gläubig gewordenen Nichtjuden beendet hat, bemüht sich TJC II um Versöhnung und Einheit zwischen Juden und Christen heute, mit Blick auf die Wiederkunft Jesu. Peter Hocken gehört zum Leitungsteam dieser Initiative.
Eine Frucht der Maranatha-Seminare sind die jungen Leute, die die Lehre verinnerlicht haben und nun ihrerseits weitergeben. Bei unserem Wochenende in Craheim sprach Martina Lambertus über die unwiderrufliche Erwählung des Volkes Israel. Dabei ging sie vor allem auf den Bundesschluss Gottes mit Abraham ein. Ein Bund, auf dessen Einhaltung sich Gott allein verpflichtet hat, den weder Abraham noch seine Nachkommen jemals brechen können. Und ähnlich wie Peter Hocken ging auch Martina Lambertus darauf ein, dass und wie der Opfertod Jesu Teil des Heilsplans Gottes war.
Die Lehreinheiten machten insgesamt deutlich: Wir als Christen sind herausgefordert, unseren Horizont zu erweitern, uns immer wieder neu zu öffnen für den Heiligen Geist, für die Absichten Gottes, für seinen Heilsplan. In tiefen Gebets- und Lobpreiszeiten sowie in der persönlichen Segnung gingen wir konkrete Schritte.

 

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