Wohin geht es mit der CE in Deutschland?

fleddermannEin volles Jahr, ein erfülltes Jahr geht zu Ende. Fünfzig Jahre Charismatische Erneuerung in der katholischen Kirche. Ein Anlass zur Dankbarkeit, zur Erinnerung und Rückschau, ein Jahr der Vergewisserung auf das Wesentliche, was uns ausmacht. Ein Jahr aber auch, um sich zu fragen, wo es hingeht. Mir fiel beim Schreiben dieser Zeilen als erstes der Vers aus Psalm 86 ein. „Weise mir, Herr, deinen Weg. Ich will ihn gehen in Treue zu dir!“ (Ps 86,11) Wir gehen diesen Weg nicht allein, sondern in Gemeinschaft, als Volk Gottes. Gott hat uns, ganz persönlich, aber auch in der CE den Weg gewiesen in den vergangenen fünfzig Jahren.

Die große Feier in Rom mit Papst Franziskus hat uns sehr ermutigt, diesen Weg in Treue weiter zu gehen. Seine Worte, die wir in der letzten Ausgabe der CE-Info veröffentlicht haben, bestärken uns darin, den wesentlichen Dingen, dem „Strom der Gnade“, wie Franziskus die Charismatische Erneuerung bezeichnet, treu zu bleiben: dem Lobpreis, der Taufe im Heiligen Geist und dem Dienst am Menschen. Und Franziskus hat uns neu für die ökumenische Dimension der Erneuerung im Heiligen Geist geöffnet.

Wenn ich die vergangenen Jahre der CE Deutschland Revue passieren lassen, dann erkenne ich einen roten Faden darin, dann lässt sich etwas erahnen vom „Strom der Gnade“, in der wir stehen. Ich denke an die prophetische Einladung (drei mal drei) sich zu versammeln zu den Deutschlandtreffen der CE „Mittendrin“ in Künzell/Fulda. Die ersten drei Treffen standen unter der Thematik „Gott ruft sein Volk“, auf den Treffen vier bis sechs ging es um die Thematik: „Gott rüstet sein Volk aus“. Der letzte Dreierblock, der mit den Jubiläumsfeierlichkeiten in Rom zu Ende ging, stand unter der Thematik „Gott sendet sein Volk“.

Auch wenn diese Themen Sammlung, Zurüstung und Sendung immer wieder der Erneuerung bedürfen, hat uns Gott doch einen Weg geführt. Die Herausgabe eines aufgefrischten Seminars „Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes“, „Lebendige Charismatische Gruppen“ sowie „Die Charismen, Handwerkszeug des Heiligen Geistes“ haben an vielen Orten Ermutigung und Wachstum geschenkt. Auch das Entstehen des Gebetshauses Augsburg und anderer Gebetshäuser möchte ich diesbezüglich nennen. Der Heilige Geist schafft Neues und schenkt Leben in einer Kirche und einer Gesellschaft, die vielfach den Geschmack des Todes zu verbreiten scheint.

Nicht zu vergessen ist das ökumenische Treffen „Pfingsten 21“ im vergangenen Jahr. Welch eine Frische des Glaubens war dort zu erleben. Wie wunderbar, sich über die Konfessionen und Denominationen als Geschwister im Glauben zu erfahren. In aller Verschiedenheit zu spüren, wie der Heilige Geist Einheit schenkt und das gemeinsame Lob Gottes uns in eine Richtung führt. Gott in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen, ihm die Ehre zu erweisen und Jesus Christus, seinem Sohn, im Heiligen Geist. Mein Herz ist erfüllt, wenn ich an all diese Erfahrungen der letzten Jahre denke. Bei aller Mühsal des Alltags, bei allen Schwierigkeiten und Problemen persönlicher, gemeinschaftlicher, kirchlicher und gesellschaftlicher Art: Wir haben eine Hoffnung! Und diese Hoffnung hat einen Namen: Jesus Christus.

Wie geht es nun weiter? Es geht darum, den beschrittenen Weg weiter zu verfolgen. Sich zu sammeln, sich zurüsten und dann senden zu lassen. Heraus zu kommen aus einem Konsumchristentum und selbst aktiv zu werden für das Reich Gottes, für das Heil der Menschen. Ein jeder von uns hat das Zeug dazu. Manchmal müssen wir es nur entdecken.

Im Vorstand der CE haben wir all diese Fragen bedacht und wir haben dafür gebetet, dass Gott uns seinen Weg weiter weist. Wir halten es weiterhin für wichtig, sich zu versammeln zu den Deutschlandtreffen. Das stärkt ungemein, das weitet unseren Blick, lässt uns neue Leute kennenlernen und führt die Generationen und Regionen zusammen, Gebetskreise, Gemeinschaften, Einzelpersonen. Von ganzem Herzen möchte ich die charismatischen Gruppen/Gemeinschaften etc. in unserem Land zu diesen Treffen einladen. Das nächste Mittendrin auf Deutschlandebene findet vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 statt.

Um auch in die Fläche zu gehen, haben wir vom Vorstand in diesem Jahr zum ersten Mal regionale Mittendrin-Wochenenden durchgeführt. Die Themen und Orte waren: „Gott spricht in den Tag hinein.“ (Mittendrin West, Hardehausen), „Die Freude am Herrn ist eure Stärke“ (Neh 8,10) (Mittendrin Nord, Bremen), „Jesus frischt dein Leben auf.“ (Mittendrin Südost, Heiligenbrunn), „Alle in einem Boot – Wohin geht die Reise?“ (Mittendrin Südwest, Ravensburg) und „Sehnsuchtsort – kommt und seht“ (Mittendrin Ost, Berlin).

Von allen Treffen haben wir sehr positive Zeugnisse bekommen und der Wunsch, diese Treffen fortzuführen, bestätigt uns im Vorstand in unserer Vision. Auch im kommenden Jahr werden wir Mittendrin-Wochenenden anbieten. Sie sollen so etwas wie Oasen sein auf trockenem Land. Und sie können und werden so zu einem Evangelisations- und Erneuerungsfaktor in unserem Land. Bringen wir uns ein mit unseren Ideen, unserer Zeit und unseren Charismen, auf dass neues Leben entsteht und die Freude des Glaubens auch andere ansteckt, die diese Freude verloren haben.

Meine Einladung daran teilzuhaben ergeht auch an die charismatischen Gruppen und Personen in unserem Land, die sich nicht der CE zugehörig fühlen. Ich glaube wir sollten die Kräfte bündeln und neu zu einander finden.

Gott ist treu! Er ist der gute Hirte! Er lässt die Seinen nicht als Waisen zurück! Er hat uns seinen Geist geschenkt, den Geist in dem wir rufen: Abba, Vater! Ihm sei die Ehre! Ihm gebührt unser Dank!
In diesem Sinne grüße ich euch alle und bitte um euer Gebet für die Erneuerung der Kirche und der Gesellschaft in unserem Land,

Josef Fleddermann ist Gemeindepfarrer in Bremen und Vorsitzender der CE Deutschland. 

 

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies dieser Webseite