Weltjugendtag in Krakau

krakauKrakau erwartet die 15.500 Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland mit offenen Herzen. Das war bereits in den Vorbereitungen zu spüren und wird nun durch die Bewohner der Stadt selbst deutlich. Die Vorfreude auf den heute beginnenden Weltjugendtag ist riesig. Viele deutsche Pilger reisen aus unterschiedlichen polnischen (Erz)-Bistümern nach Krakau, bei denen sie während der „Tage der Begegnung" (20. bis 25. Juli 2016) zu Gast waren. Das Bistum Oppeln und das Erzbistum Kattowitz waren hierbei die beliebtesten Ziele, aber auch in Breslau, Danzig, Elbing, Peplin oder Tarnow waren deutsche Gruppen zu Besuch.

Die Pilgerinnen und Pilger können sich auf ein großartiges Glaubensfest hier in Krakau freuen. Die zentralen Veranstaltungen bilden das Rückgrat des Weltjugendtags: Hundertausende junge Menschen aus aller Welt werden zur Eröffnungsmesse mit Kardinal Stanisław Dziwisz, zum Papst-Willkommen am Donnerstag und zum gemeinsamen Gebet des Kreuzwegs am Freitag auf der Błonia-Wiese erwartet. Sie ist für die polnische Bevölkerung ein besonderer Ort. Der nun heiliggesprochene Papst Johannes Paul II. feierte auf seinen Heimatreisen dort mit rund zwei Millionen Menschen Gottesdienst, wie auch später Papst Benedikt XVI. Johannes Paul II. rief 1979 der damals versammelten Menge zu: „Ich bitte euch, verliert niemals eure geistliche Freiheit, denn sie ist es, durch die er einen Menschen frei macht." Es waren solche Worte, die mit zur Wende in Europa beitrugen. Wir dürfen auf historischem Boden unseren Glauben in Einheit feiern.

Das gemeinsame Nachtgebet (Vigil) am Samstag und die Abschlussmesse am Sonntag bilden den Höhepunkt des Weltjugendtags. 1,5 Millionen junge Menschen werden auf dem „Campus Misericordiae" in Brzegi erwartet. Die Mitte des Weltjugendtages tritt hervor, wenn in der eucharistischen Anbetung Begegnung mit Christus geschieht. Die Vielfalt der Weltkirche ist im Schweigen vor dem einen Herrn vereint. Das wird großartig!

Um den roten Faden der zentralen Veranstaltungen gruppieren sich weitere Veranstaltungen. Dies sind von Mittwoch- bis Freitagmorgen die Katechesen der Bischöfe bei den einzelnen Pilgergruppen. Es wird 19 deutschsprachige Katecheseorte geben, die sich in Krakau und um die Stadt herum verteilen. Am Nachmittag haben die Pilgerinnen und Pilger die Möglichkeit, Veranstaltungen des Jugendfestivals zu besuchen. Dies können Konzerte, Theater, Ausstellungen in Museen oder Sportveranstaltungen wie die „Copa Cattolica" sein. Der christliche Glaube ist nicht fromm isoliert, sondern drückt sich vielfältig im kulturellen und gesellschaftlichen Raum aus. Ein besonderes Schmankerl halten dann noch die Abende von Mittwoch bis Freitag bereit. An ihnen wird Papst Franziskus mit den jungen Menschen vom Papstfenster aus ins Gespräch kommen.

Für die deutschen Pilgerinnen und Pilger können drei deutsche Veranstaltungen von besonderem Interesse sein. Da ist zunächst der deutsche Pilgerabend, der am Mittwochabend am Sanktuarium der Göttlichen Barmherzigkeit stattfindet. Die anschließende Jugendvesper wird von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, gefeiert. Zuvor findet am Nachmittag das Youth Hearing des BDKJ statt, welches sich unter dem Thema „Barmherzigkeit und Gerechtigkeit" dem Motto des Weltjugendtags aus politischer Sicht nähert. Am Donnerstagabend – nach dem Papstwillkommen – feiert die aus dem Weltjugendtag in Köln entstandene Initiative Nightfever einen internationalen Anbetungsabend.

Neben diesen kraftvollen Veranstaltungen gibt es auf dem Weltjugendtag auch Orte und Zeiten der Ruhe, wie die Beichtgelegenheiten im Jordan-Park, im Sanktuarium der Göttlichen Barmherzigkeit oder in den Anbetungskirchen und -zelten. Diese Orte können zu persönlichen Highlights werden, wie es auch Papst Franziskus anhand seiner eigenen Lebensgeschichte in der Botschaft zum XXXI. Weltjugendtag schildert.

Gerade diese ruhigen Highlights weisen uns bei allem wichtigen Jubel auf den Mittelpunkt dieser Freude hin. Im Zentrum des Weltjugendtags-Logos steht das Kreuz. In allem geht es um seine Zuwendung zu uns, um seine bedingungslose Gabe. Diese Gabe fordert uns aber auch heraus, unser Leben zu überdenken und freudige und mutige Menschen zu werden, die aus dem Evangelium leben. Die Gabe der Zuwendung Jesu zu uns bringt eine freudige Aufgabe: uns selbst und die Welt in dieser Freude zu gestalten.

Hinter aller Organisation, die auch im Vorfeld notwendig war, steht das große Ziel, dass junge Menschen eine andere Idee für ihr Leben erfahren. Ich wünsche mir, dass wir „Oben-Erfahrungen" machen, die unser Leben verändern. Ich wünsche mir, dass wir mit neuen Visionen für unser Leben, für unsere Kirche und unsere Gesellschaft beschenkt werden. Ich wünsche mir, dass wir damit nach Hause fahren und beginnen, zu gestalten: erst uns selbst, dann unsere Umgebung.


Paul Metzlaff ist Referent für Glaubensbildung bei der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj).
Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen deutschen Internetseite des Weltjugendtages unter www.wjt.de sowie auf der polnischen Internetseite des Weltjugendtags – www.krakow2016.com/de.

Der katholische Fernsehsender EWTN berichtet live. Hier finden Sie die Programmüberscht.

 

 

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