Offen sein für den Heiligen Geist

„Heiliger Geist, wir brauchen dich und deine Kraft.“ Dieser Ruf stand über unserem Fest zu Ehren des Heiligen Geistes, zu dem wir am Pfingstsonntag eingeladen hatten. „Das ist keine Erinnerung an den Heiligen Geist, sondern an uns“, sagte Pfarrer Udo Zettelmaier (Ebensfeld) zu Beginn des gut besuchten Gottesdienstes in der Heilig-Geist-Kirche Lichteneiche.

In seiner engagierten Predigt betonte der Ruhestandsgeistliche, dass der Heilige Geist – damals wie heute – nicht nur das Privileg einiger Auserwählter ist. „Wir Pfarrer und Kirchenleute sollten alle Gläubige als Geistbegabte sehen“, sagte Zettelmaier. Aber auch viele Gläubige seien gefragt, ihre bequeme Haltung aufzugeben. „In unserer eigenen Spiritualität, unserer eigenen Gottesbeziehung können wir uns nicht von Hauptamtlichen vertreten lassen.“

Weiter rief uns Pfarrer Zettelmaier zu einer kleinen Übung auf: dass wir uns unsere jeweils eigenen Charismen und in einem zweiten Schritt die Fähigkeiten von ein, zwei Menschen in unserem Umfeld bewusst machen. Geradezu leidenschaftlich warb er dafür, sich wie die Jünger damals dem Wirken des Heiligen Geistes zu öffnen und die Frohe Botschaft weiterzusagen – und sich nicht entmutigen zu lassen. Auch damals sei die Botschaft nicht von allen aufgenommen worden, und die Hindernisse seien sogar größer gewesen als heute.

Anstelle der Fürbitten ließen wir den Ruf nach dem Heiligen Geist konkret werden, zunächst in Form eines gemeinschaftlichen Gebets: „Heiliger Geist, bitte erfülle uns neu mit der Kraft aus der Höhe, damit wir Zeugen Jesu sein können an dem Platz, an den du uns gestellt hast und wo immer du uns hinsendest.“ Dazu leuchteten viele kleine Streichholzflammen in der Kirche auf. Mit dem Gebet und dem Verteilen der Streichholzschachteln hatte das Vorbereitungsteam einen Impuls von Pater Ernst Sievers bei unserem Diözesantag in Kronach 2017 aufgegriffen. Damit verbunden war die Anregung, dieses Gebet auch zuhause zu beten, an jedem neuen Tag.

In einer zweiten Phase waren wir alle eingeladen, jeder für sich in der Stille um Geistesgaben zu bitten. Mehrere Worte und bildhafte Eindrücke zeigten dann, dass der Heilige Geist die Bitten hörte und erhörte. Das wurde besonders deutlich bei einer praktischen Übung der Geistesgabe der Zungenrede und deren Auslegung.

Alles in allem erwies sich als zutreffend, was unser Hauptamtlicher Mitarbeiter Oswin Lösel in seiner Eigenschaft als Moderator eingangs angemerkt hatte: Der Heilige Geist ließ sich durch die Corona-Vorgaben nicht einschränken. So war er auch erfahrbar im Lobpreis der jungen Musiker, die den Gottesdienst mitgestalteten, und bei der persönlichen Segnung im Anschluss, die regen Zulauf fand.