Den Auftrag Jesu ernst nehmen

Eine starke Ermutigung und konkrete Hilfen für den Heilungsdienst nahmen die Teilnehmer unseres  Seminars zum Jahresanfang mit nach Hause. „Jesus – Heiland und Herr“ lautete das Bekenntnis, das über diesen Tagen im Diözesanhaus Vierzehnheiligen stand. Der mit diesem Bekenntnis verbundene Auftrag kam im Untertitel zum Ausdruck:  „Die Heilungskompetenz der Gemeinde Jesu: Heilen, Trösten, Begleiten“.

Das erste Wunder erlebten wir als Diözesanteam schon im Vorfeld: die Zusage eines so renommierten Sprechers wie Dr. Heinrich Christian Rust. Seine Impulse waren denn auch biblisch fundiert, angereichert mit viel theologischem Wissen, langjähriger Erfahrung und fein dosiertem Humor. Jesus hat seine Jünger aufgefordert, für andere Menschen um Heilung zu beten. Diese Aufforderung gilt auch für uns als die Nachfolger Jesu heute. Daran ließ Heiner keinen Zweifel. Dabei dürfen wir darauf vertrauen, dass Jesus derselbe ist wie damals und die Menschen berühren will. Der Bedarf der Menschen nach persönlichem Gebet sei ungeheuer groß, wusste er aus eigener Erfahrung mit den Heilungsgottesdiensten in der Friedenskirche Braunschweig. In dieser Baptistengemeinde war Heiner viele Jahre Pastor.

Viele Beispiele von Gottes Wirken hatte er mitgebracht, aus seinem eigenen Leben und aus seinem langjährigen Dienst auch in der Charismatischen Bewegung im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Zeugnisse von Heilungen durch Gebet, aber auch Berichte von Menschen, die nicht geheilt wurden und trotzdem die Nähe Gottes erfahren haben. Diese Ambivalenz brachte Heiner in einem eindrücklichen Bild zum Ausdruck: „Jesus hat zwei Hände, eine Hand, die eingreift, und eine, die durchträgt.“

Überhaupt ging er ausführlich auf die Frage ein: „Was ist, wenn die Person, für die man betet, nicht geheilt wird?“ Mit Nachdruck warnte er davor, eine scheinbar ausbleibende Veränderung kategorisch als Folge von mangelndem Glauben oder Sünde zu bewerten. Auch sei Krankheit keine Strafe von Gott. Ob jemand geheilt werde oder nicht, sei Gottes souveräne Entscheidung. Nicht so sehr auf die äußere Heilung komme es an, sondern auf die innere, darauf, dass die Menschen die Nähe Gottes erfahren und lernen, ihm zu vertrauen. Und das geschehe manchmal eher in der Annahme eines Leidens als durch körperliche Heilung. In diesem Fall seien wir Christen im Umfeld eben herausgefordert, zu trösten und zu begleiten.

Dazu gab Heiner ebenso konkrete Hilfen wie für das Angebot von Heilungsgebet in der Gemeinde, vorzugsweise im Rahmen von Gottesdiensten. Und es gab viel Raum für die praktische Umsetzung, nicht nur in Heiners Workshop über den Einsatz von Charismen im Heilungsdienst. Viele Teilnehmer erfuhren im Gebet füreinander eine tiefe Berührung von Gott, innere Befreiung und auch Heilung von körperlichen Beschwerden. Nicht zuletzt auf diese Weise wurden sie ermutigt, im Alltag die Heilungskompetenz der Gemeinde Jesu wahrzunehmen.

Einen Einblick in viele Heilungswunder quasi vor unserer Haustür gab uns Mikhael Mitri, Mitglied unseres Diözesanteams und einer der Leiter im Team von Streets of Gostenhof. Er berichtete vom Wirken Gottes bei diesem Dienst in dem Stadtteil von Nürnberg, der unter anderem wegen des hohen Ausländeranteils als Problemviertel gilt. In der Anfangszeit lag der Schwerpunkt auf Straßenevangelisation, mittlerweile wird hauptsächlich Essen an Bedürftige verteilt sowie einmal monatlich eine Andacht angeboten mit Lobpreis, einem Impuls und Gebet.

Neben den thematischen Einheiten des Seminars machten ausgiebige Zeiten im Lobpreis, die tägliche Eucharistiefeier und die Gemeinschaft untereinander diese Tage für die über 80 Erwachsenen zu einem gelungenen Start ins neue Jahr.

Eine gute Gemeinschaft erlebten auch die Kinder, die parallel bei ihrem eigenen Seminar unter dem Titel „Die unsichtbare Welt“ Gott als Geistwesen auf die Spur kamen. Dabei halfen ihnen zum einen Phänomene des Alltags – viele Dinge wie zum Beispiel Luft sieht man nicht und es gibt sie trotzdem – zum anderen natürlich viele Geschichten aus der Bibel. Ein Höhepunkt für die Jungen und Mädchen: der Besuch der Sternwarte in Sonneberg.

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